Leistbarer Schulstart für alle!

Warum der Schulstart für viele nicht leistbar ist - und wie wir das ändern können.
Lernen mit leerem Bauch geht nicht! Foto: Nadja Meister

Bitte helfen Sie benachteiligten Kindern gut ins neue Schuljahr zu starten! Ihr Beitrag zählt. Danke.

„74.000 Volksschulkinder und 75.000 Kinder in der Unterstufe leben in einkommensarmen Haushalten“, warnt der Sozialexperte der Diakonie Österreich, Martin Schenk, vor schlechten Startbedingungen für viele Kinder am Schulanfang. "Eltern klagen über die oft nicht mehr leistbaren Beiträge, die ihnen zu Schulbeginn abverlangt werden“: Schultasche, Sportbeutel, Hefte, Stifte, Malfarben und Handarbeitskoffer... - schon ein einfaches Startparket für die Schule kann 100 bis 300 Euro kosten.

Hinzu kommen noch zusätzliche Kosten, je nach Schultyp und Schulstufe müssen zum Beispiel Kopierkosten, Milchgeld oder auch Projekt- und Wandertage sowie Elternvereinsbeiträge finanziert werden. All das macht laut letzter Schulkostenstudie zusammengerechnet mehrere hundert Euro Gesamtausgaben pro Schulkind aus.

Corona hat hier kein neues Problem aufgezeigt, sondern ein altes verschärft

Martin Schenk, Diakonie Sozialexperte
Nachhilfe Grafik 2021

Nachhilfe? Nicht leistbar!

27 Prozent aller Eltern würden für ihr Kind gern Nachhilfe bekommen, können sich diese aber nicht leisten. "Corona hat hier kein neues Problem aufgezeigt, sondern ein altes verschärft", sagt Martin Schenk. Schon in den vergangenen Jahren hatten zwischen fünf und neun Prozent der Eltern den Wunsch, bezahlte Nachhilfe für ihre Kinder zu bekommen, eine solche aber nicht erhalten. "Durch COVID-19 hat sich der Anteil an Eltern, deren Kinder keine Nachhilfe bekommen, obwohl sie eine brauchen, vervielfacht."

 

Was es braucht - vier konkrete Maßnahmen einen guten Schulstart für alle Kinder:

Reform der Schüler:innenbeihilfe

Dringend reformbedürftig: Die Grundleistungen, die Schüler:innen aus einkommensschwachen Elternhäusern unterstützen sollen. Die Auszahlung der Schülerbeihilfe sollte beispielsweise auch die 9. Schulstufe erfassen. Gerade hier gibt es hohe Kosten im Ausbildungsjahr - und die Ausbildungsentscheidung steht an. Ein weiteres Problem ist die Inanspruchnahme: Viel zu wenige Kinder, die sie brauchen könnten, wissen davon.

Schulausgleichsfonds umsetzen

Bei Finanzierungshilfen für Schulveranstaltungen gilt derzeit: Es  gibt es keinen Rechtsanspruch, die Einkommensgrenzen sind in der Regel sehr niedrig angesetzt und viele nehmen das, was ihnen zustehen würde, nicht in Anspruch (hohe Non-take-up-Raten). All das zeigt: Hier gibt es großen Reformbedarf. Der Zugang muss leichter gemacht werden, etwa durch bessere Information und einfachere Unterstützung in den Schulen.

Weiters muss  ausreichend Geld zur Verfügung stehen, um die betroffenen Schüler:innen nirgends auszugrenzen. Ein gut dotierter Schulausgleichsfonds ist dafür notwendig.

Gute Mindestsicherung statt schlechter "Sozialhilfe"

Die Krise zeigt: Gerade jetzt wäre eine gute Mindestsicherung wichtig, statt einer schlechten "Sozialhilfe", die Menschen in Existenznöten und Notsituationen nicht trägt. Mit der Abschaffung der Mindestsicherung wird Gegenwart und Zukunft für diese Kinder noch weiter verschlechtert. Die wichtigen Faktoren für die Entwicklung von Kindern sind aber: Gesundheit, Anerkennung und Förderung - nicht Beschämung und Existenzangst. Wir müssen uns mehr darum kümmern, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein gutes Aufwachsen zu gewährleisten.

Chancenindex für benachteiligte Schulstandorte: Jetzt!

Für einige Schulen bringt das neue Schuljahr eine Veränderung, die die Diakonie schon lange für ganz Österreich fordert: den sogenannten Chancenindex. Dieser soll dafür sorgen, dass Schulen an benachteiligten Standorten zusätzlich unterstützt werden. Dass ein gut umgesetzter Chancenindex funktioniert, und die Bildungschancen unserer Kinder erhöht, zeigen viele internationale Beispiele - man braucht nur nach Hamburg, in die Niederlande oder auch nach Kanada zu schauen.

Aber: So, wie er jetzt in Österreich umgesetzt werden soll, muss man leider von einem Chancenindex light sprechen. Das Projekt ist nämlich auf bloß 100 Schulen beschränkt und befristet.

Diakonie Sozialexperte Martin Schenk: "Hier verschwendet die Regierung wertvolle Zeit. Es braucht eine flächendeckende Einführung des Chancenindex in ganz Österreich." Wichtig ist außerdem:

Ein richtiger Chancenindex bedeutet, dass benachteiligte Schulstandorte zusätzlich Mittel erhalten, um Schüler:innen zu fördern - allerdings nicht auf Kosten anderer Schulen. Man darf also nicht den einen Schulen, die gute präventive Arbeit leisten, um ihren Schulstandort zu stärken, Mittel wegnehmen für andere Schulen, die es noch schwerer haben.

Spendenprojekte im Überblick - So können Sie helfen!

Kennwort: "Hilfe für Kinder und Jugendliche" / Diakonie Erste Bank / IBAN: AT07 2011 1800 8048 8500 / BIC: GIBAATWWXXX
Malkreiden mit einem Kind im Hintergrund
Wien: Schulstartpakete

Federpennal, Turnsackerl, Stifte, Füllfedern und Gutscheine für Materialien - die Stadtdiakonie Wien unterstützt hilfsbedürftige Familien mit dringend benötigten Schulstartpaketen.

Das Schuljahr 2021/2022 bringt aufgrund der Coronakrise weiterhin viele Unsicherheiten mit sich. Viele Eltern können aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Kosten für Schreib- und Lernmaterialien nicht alleine aufbringen.

Mit einer Spende von 30 Euro können Sie Familien mit dringend benötigten Schulmaterialien unterstützen.

Schulstartpakete für Kinder im Armenviertel auf dem Hügel in der Stadt Dumbrăveni, Rumänien. Foto: Selina Stauffer
Bildung ist Zukunft

Obwohl Rumänien nicht weit von uns entfernt ist, leben die Kinder hier in einer völlig anderen Realität. Besonders Roma werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Unsere Tagesbetreuungen in Rumänien arbeiten aktiv daran, finanziell benachteiligte Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Wir fördern sie bei ihrer Schulbildung, vermitteln Inhalte wie soziales Lernen und helfen den Kindern, ihre Berufs-Ziele zu erreichen.

Unterstützen Sie Kinder in Rumänien mit einer Spende von 100 Euro!  

Besonders Schutzbedürftigen Fürsorge schenken © Nadja Meister/Diakonie Flüchtlingsdienst
Chancen für Flüchtlingskinder

Kinder mit Fluchterfahrung zu unterstützen heißt besonders Schutzbedürftigen Bildungs- und Zukunfts-Chancen schenken!

Für Deutschkurse, Lernhilfe und Schulmaterial werden dringend Spenden benötigt. 

Helfen Sie mit Ihrer Dauerspende von 15 Euro/Monat die Bildungs-Chancen von Flüchtlingskindern langfristig zu stärken.

Hoffnungsträgerin Lili
Hoffnungsträgerin für Kinder und Jugendliche werden

Kinder in schwierigen Lebenslagen brauchen besondere Hilfe. Wir betreuen und beraten Kinder mit Problemen, Jugendliche mit mangelnder Ausbildung sowie Kinder mit sonderpädagogischem oder sprachlichem Förderbedarf.

Mit einer Dauerspende Ihrer Wahl vergrößern Sie die Chancen von Kindern und Jugendlichen.