Gute Bildung für Alle

Inklusive Bildung zahlt sich aus - und das von der Kinderkrippe bis zur Universität!
Kinder mit und ohne Rollstuhl in einer Schulklasse.

Alle Kinder verdienen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die ihre unterschiedlichen Talente fördern. So können sie zu selbstbestimmten und verantwortungsvollen Persönlichkeiten werden.

Egal wie sie aussehen, welche Sprache sie sprechen oder ob sie eine Behinderung haben:  Es ist an der Zeit, österreichweit einheitliche und verbesserte Rahmenbedingungen für eine inklusive und gute Bildung für alle zu schaffen.

Was heißt eigentlich Inklusion?

Es ist normal, dass es Kinder mit Behinderungen gibt, deshalb ist eine Schule ohne Kinder mit Beeinträchtigungen keine normale Schule

Es ist normal, dass es Kinder mit verschiedener sozialer Herkunft gibt – deshalb ist eine Schule ohne Kinder aus ärmeren Elternhäusern keine normale Schule.

Es ist normal, dass Kinder unterschiedlich sind. Inklusiver Unterricht stellt das einzelne Kind mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten, seinem individuellen Tempo und Lernstil ins Zentrum. Dieser pädagogische Ansatz kommt allen Kindern zu Gute, unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht.
 
 

 

 

Was Inklusion in der Schule bedeutet

„Inklusion bedeutet: gemixt! Es sind einfach alle zusammen im Klassenraum“, sagt Maya Wobetzky. Die 17-Jährige besucht das Evangelische Realgymnasium Donaustadt in Wien, wo sie auf eine integrative Oberstufe geht. Dort wird nach inklusivem Konzept unterrichtet .

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Laura Riefenthaler erklärt sie im Video was gelebte Inklusion im Schulalltag bedeutet.

 

Ende der Pflichtschule als Ende der Inklusion?

Inklusion beginnt im Kindergarten. Und hört mit der Unterstufe nicht auf. Es geht darum, eine inklusive Bildungsstrategie vom Kindergarten über die Schulen bis hin zu Fachhochschulen und Universitäten zu entwickeln. 

Infografik - Ende der Pflichtschule als Ende der Inklusion

Im Schuljahr 2015/2016 besuchten laut Rechnungshof 30.690 Kinder mit kognitiven, körperlichen oder Sinnesbehinderungen eine allgemeinbildende Pflichtschule. Rund zwei Drittel von ihnen nahmen am Unterricht im Rahmen einer Integrationsklasse teil, ein Drittel besuchte eine Sonderschule. Mit dem Ende der Pflichtschule ist Integration oder Inklusion kaum mehr Thema. Gesetzlich ist sie nicht vorgesehen und findet, wenn überhaupt, im Rahmen von Schulversuchen statt. Im Berichtszeitraum besuchten 442 Schülerinnen und Schüler mit Behinderung eine AHS oder BMHS.

Raschen Handlungsbedarf sieht die Diakonie bei der Nachmittagsbetreuung von Kindern mit Behinderung und beim verpflichtenden Kindergartenjahr.

"Es kann nicht angehen, dass Kinder mit Behinderung aus dem verpflichtenden Kindergartenjahr ausgenommen sind", unterstreicht Martin Schenk, Sozialexperte und Psychologe.

Auch hier stehen wir vor einem Ressourcenproblem: Wenn das verpflichtende Kindergartenjahr auch für Kinder mit Behinderung gelten soll, müssen in ganz Österreich entsprechend räumlich und personell ausgestattete Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. "Hier kann und darf man nicht sparen", so Schenk.
 

Gut begleitet von Anfang an

Ob Kinder mit Behinderung, mit chronischer Krankheit oder Kinder, die in Armut aufwachsen - Elementarbildung ist der Schlüssel zu späteren Bildungserfolgen. Jeder Euro, der in Kinder und ihre Bildung investiert wird, zahlt sich mehrfach aus.

Infografik - Elementarbildung zahlt sich aus.

Um Kindern gerecht zu werden und ihre Entwicklung bestmöglich zu fördern, brauchen PädagogInnen gute Arbeitsbedingungen:

  • mehr Zeit für jedes Kind,
  • mehr Vorbereitung,
  • mehr Möglichkeiten zur Inklusion von Kindern mit Behinderungen. 
Außerdem finden Kinder in Vorarlberg nicht dieselben Bedingungen vor wie Kinder in Salzburg oder in Wien. Es gibt immer noch gesetzliche Unterschiede von Bundesland zu Bundesland, die zu einer Schieflage in Zugang, Qualität und Leistung führen.  

Es ist längst an der Zeit, österreichweit einheitliche und verbesserte Rahmenbedingungen zu schaffen und gezielt in den Bereich der Elementarbildung zu investieren.

Fünf Punkte zur vorschulischen Bildung

Qualitätsvolle vorschulische Bildung für die Jüngsten (0-6 Jahre) ist das Fundament für ein gutes, inklusives Bildungssystem! Die Diakonie hat zentrale Ansatzpunkte für Verbesserungen in der Elementarbildung (Kinderkrippen, Kindergarten, Vorschule) zusammengefasst.