Wohnraum für Flüchtlinge

Hier sind Sie richtig, wenn Sie eine Wohnung für Flüchtlinge zur Verfügung stellen möchten.

Die Diakonie vermittelt Wohnraum für Flüchtlinge in Wien, Niederösterreich und Tirol. Wir informieren Sie gerne über die zuständigen Stellen in den anderen Bundesländern.

 

Der Bedarf an leistbarem Wohnraum ist ungebrochen groß! Wir freuen uns über jedes Angebot. Danke!

Wenn Sie selbst Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen möchten, freuen wir uns über erste Infos über Ihre Wohnmöglichkeit. Dazu können Sie beispielsweise unser Datenblatt nutzen.

Wien

wohnberatung.wien@diakonie.at
Telefon: +43 (0)1/ 905 402 472

Niederösterreich

wohnberatung.noe@diakonie.at 

Tirol

wohnraum.tirol@diakonie.at Telefon: +43 (0) 664/ 842 11 11

 

 

Hier finden Sie wichtige Fragen und Antworten rund um das Thema Wohnraumspende:

Welche Personen kann ich bei mir privat unterbringen?

Die Wohnberatung des Diakonie Flüchtlingsdienst vermittelt Wohnraum zwischen privaten Vermieterinnen und -vermietern und Asylwerberinnen und -werbern sowie anerkannten Flüchtlingen. Wie viele Personen Sie aufnehmen können, hängt von Ihrem Angebot und Ihren Vorstellungen ab.

Was ist bei der Unterbringung der Unterschied zwischen Asylwerberinnen und -werber und anerkannten Flüchtlingen?

Asylwerberinnen bzw. -werber (noch im Asylverfahren) sind in der Grundversorgung (GVS) und haben weniger Geld zur Verfügung als anerkannte Flüchtlinge (positiver Asylbescheid oder subsidiär schutzberechtigt), da sie Mindestsicherung bekommen können. Das bedeutet, dass nicht jeder Wohnraum für Asylwerberinnen bzw. -werber leistbar ist und manche Angebote daher vielelicht passender für anerkannte Flüchtlinge sind. Wir informieren Sie ausführlich.

Für wie lange muss ich den Wohnraum anbieten?

Es ist wichtig, den Wohnraum für mindestens sechs Monate zur Verfügung zu stellen, um sicher zu stellen, dass die Flüchtlinge genügend Zeit haben, sich in diesem Zeitraum eine neue Unterkunft zu suchen. Ansonsten ist alles über einen längeren Zeitraum als sechs Monate sehr erfreulich.

Kann ich die Flüchtlinge vorher kennenlernen?

Gerne können wir ein Kennenlernen vor dem Umzug organisieren.

Kann ich mir aussuchen, wer zu mir kommt?

Natürlich verstehen wir, dass es bestimmte Vorstellungen gibt, die wir gerne als Vormerkungen annehmen. Jedoch sind der Großteil der Flüchtlinge (alleinstehende) Männer. Leider kommt es durch die Vielzahl an Wohnraum-Angeboten für junge, alleinstehende Frauen nicht immer zu einer Vermittlung.

Was passiert, wenn wir uns nicht verstehen und die Flüchtlinge wieder ausziehen (müssen)?

Sobald die Flüchtlinge (nach Einhalten der Kündigungsfrist) ausziehen, müssen sie sich eine neue Unterkunft suchen. Dies können Asylwerberinnen und -werber entweder über Bekannte/Verwandte oder über das zuständige Flüchtlingsreferat im jeweiligen Bundesland (FSW in Wien, Landesregierung St.Pölten Abteilung Staatsbürgerschaft und Wahlen…) machen.

Asylwerberinnen und -werber, die schon in einem bestimmten Bundesland privat gewohnt haben, sind der Grundversorgung dieses Bundeslandes zugewiesen und können daher nur in diesem Bundesland wieder privat wohnen oder sollten einen Platz in einer Flüchtlingspension bekommen.

Anerkannte Flüchtlinge können in Österreich wohnen wo sie wollen, es gibt allerdings keine staatliche Verpflichtung, diese Personen mit Wohnraum zu versorgen. Sie sind durch die Gleichstellung mit österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger auch bei der Wohnraumsuche auf sich alleine gestellt.

Welche Kriterien gibt es für die Wohnung bzw. das Zimmer?

  • Die Wohnräume müssen ohne elektrische Heizgerägte ausreichend beheizbar sein, da im Rahmen der Grundversorgungs-Leistungen, solche enormen Kostenfaktoren nicht bezahlbar wären. Sollten die Heizkosten in einem solchen Fall von Quartiergeberin bzw. Quartiergeber übernommen werden, fällt diese Hürde von unserer Seite her weg.
  • Warmwasserversorgung
  • Schimmelfrei sein bzw. kein feuchtes Mauerwerk (gesundheitsgefährdend)
  • Duschmöglichkeit/Bad/WC
  • Kochmöglichkeit
  • Waschmaschine
  • Betten
  • Im Idealfall ist der Wohnraum komplett möbliert und ausgestattet (geringe finanzielle Mittel der Flüchtlinge)
  • Relativ gute Infrastruktur, da Flüchtlinge oft zu Behörden, Beratungen, Kursen oder Arzttermine gelangen müssen. Hohe Fahrtkosten belasten die knappen finanziellen Mitteln zusätzlich.

Muss ich Betreuung anbieten, wenn ich Flüchtlinge aufnehme?

Sie gehen bei der privaten Wohnraumvermietung ein Vermieter-Mieter-Verhältnis ein und sind nicht für deren Betreuung verantwortlich. Die Flüchtlinge und wir freuen uns aber natürlich sehr, wenn Sie Ihre Unterstützung anbieten.

Wer betreut die Flüchtlinge während sie bei mir wohnen?

Für die Betreuung von privat wohnenden Asylwerberinnen und -werber sind in jedem Bundesland andere NGOs zuständig.
In Niederösterreich beispielsweise betreut die Caritas Asylwerberinnen und -werber im Wein- und Industrieviertel, der  Diakonie Flüchtlingsdienst betreut Asylwerberinnen und -werber im Wald- und Mostviertel. Privat Wohnende müssen allerdings selbstständig zu den Beratungsstellen fahren.
In Wien sind vier verschiedene NGOs (Diakonie Flüchtlingsdienst, Verein Ute Bock, Caritas und das Integrationshaus)  für die Betreuung von privat wohnenden Asylwerberinnen und -werber zuständig, die Betreuung ist nach Bezirken gegliedert. 

 

Kann ich Wohnraum als Gegenleistung für Arbeit anbieten?

Nein. Die Flüchtlinge und wir sind hier auf Ihre Großzügigkeit angewiesen und nehmen lediglich Angebote an, die auf freiwilliger Basis sind und keine Gegenleistungen verlangen.

Kann ich Miete verlangen? Wieviel? Wer bezahlt die Miete?

Asylwerberinnen und -werber haben im Rahmen der Grundversorgung die Möglichkeit, einen Mietkostenzuschuss von 120,00 Euro/Einzelpersonen bzw. 240,00 Euro/bei Familien pro Monat zu erhalten.

Anerkannte Flüchtlinge haben im Rahmen der Mindestsicherung einen Anspruch auf 800,00 Euro pro Einzelperson, bei Ehepaaren 620,00 pro Person und 190,00 pro Kind und Monat. Weiters gibt es Anspruch auf Familienbeihilfe. Aus diesen Unterstützungsleistungen werden die Mietkosten bezahlt.

Die private Unterbringung von Flüchtlingen ist nicht zu vergleichen mit einer Tagsatzfinanzierung (derzeit 19,00 Euro pro Tag und Flüchtling) bei sogenannten „organisierten Quartieren“. Diese schließen einen gewerblichen Vertrag mit dem Land. Falls Sie Interesse haben, ein organisiertes Quartier zu eröffnen und eine größere Liegenschaft anbieten können, wenden Sie sich bitte an die zuständige Landesregierung/Flüchtlingskoordination bzw. in Wien an den FSW.

Lesen Sie hier mehr organisierte und private Unterkünfte

Wie viel Geld bekommt ein anerkannter Flüchtling, wie viel ein Asylwerber?

Asylwerberinnen und -werber bekommen pro Monat und Person 320,00 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bekommen 90,00 Euro pro Monat. Somit wären das bei einer Familie mit vier Kindern 1.000,00 Euro pro Monat. Damit sind keine großen Sprünge zu machen. Die Miete inklusive Betriebskosten und Nebenkosten darf nicht mehr als 200,00 Euro pro erwachsener Einzelperson und nicht mehr als 400,00 Euro pro Familie kosten, sonst werden die Mietkosten (120,00 Euro pro Einzelperson 240,00 Euro pro Familie, schon in der Grundversorgungsleistung enthalten) nicht übernommen.

Arbeiten dürfen Asylwerberinnen und -werber grundsätzlich nur in sehr eingeschränkten Bereichen, wie zum Beispiel saisonal in der Erntehilfe/Gastronomie oder als ZeitungsausträgerInnen. Dieser Verdienst wird aber wieder von den Grundversorgungsleistungen abgezogen.
Asylwerberinnen und -werber haben wenig Geld zur Verfügung, man muss sich als Unterkunftanbieterin/ -anbieter daher überlegen, ob man es sich leisten kann, Asylwerberinnen und -werber Wohnraum anzubieten. Wir begrüßen deshalb sehr Ihr Engagement und ihren Wunsch uneigennützig Hilfe zu leisten.

Nach der Anerkennung müssen Flüchtlinge spätestens nach vier Monaten aus ihren organisierten Quartieren ausziehen und stehen somit vor vielen Herausforderungen. Einerseits endet mit dem Auszug auch die Grundversorgungsleistung, andererseits fehlt günstiger Wohnraum bzw. Geld für Provision und Kaution.

Flüchtlinge mit Schutzstatus haben ein Anrecht auf den österreichischen Mindestsicherungssatz, das sind derzeit etwas  über 800,00 Euro pro Einzelperson, bei Familien 620,00 Euro pro Elternteil und 190,00 Euro pro Kind, eine Krankenversicherung sowie Sprachförderungs- und Integrationsangebote.  Zu Berücksichtigen sind jedoch die unterschiedlichen Handhabungen und Deckelungen je Bundesland. Ein Antrag auf Mindestsicherung kann jedoch erst nach Meldung in der neuen Wohnung gestellt werden, die Gewährung dauert im Normalfall einige Monate. Deshalb treten innerhalb dieser Zeit häufig Schwierigkeiten mit der Beteiligung an Mietkosten auf, und/oder der eigenständigen Finanzierung allfälliger Lebenserhaltungskosten.  Ein Vorschuss wird durch die Sozialkassen leider nicht gewährt.

Gibt es Unterschiede in den Bundesländern?

Leider gibt es zurzeit keine einheitliche Handhabung der Unterbringung von Flüchtlingen in Österreich. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Richtlinien und Zuständigkeiten.

Wir bedanken uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern.
Unsere Wohnberatungsprojekte werden gefördert von der ORF Aktion "Helfen wie wir" und vom Fonds Soziales Wien (FSW).
Gefördert von