Kindergesundheit - Wenn Kinder zu viel Belastung erleben

190.000 chronisch kranke Kinder in Österreich brauchen Unterstützung! Damit sie alle die Entwicklungsmöglichkeiten bekommen, die sie brauchen, müssen wir die Benachteiligung dieser Kinder in Kindergarten und Schule beenden.
Foto: Gerhard Maurer
Foto: Gerhard Maurer

In Österreich leben mehr als 190.000 Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Allergien, Diabetes, Rheuma oder Stoffwechselstörungen.

Diese krankheitsbedingten Veränderungen im Kindesalter stellen nicht nur das Kind und die Familie vor große Herausforderungen, sie verändern das gesamte Alltagsleben.

Und die Kinder erleben durch ihre Erkrankung vielfältige Belastungen:

Auf einen Blick -

Was chronische Erkrankungen für Kinder bedeuten:

  • gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Schmerzen
  • Informationsdefizite durch Fehlstunden in der Schule
  • Nebenwirkungen von Medikamenten wie Konzentrationsstörungen, Müdigkeit
  • Einhaltung gesundheitlicher Regelungen wie Pflichtmessungen, Ernährungsvorschriften, etc.

Anstatt unterstützt zu werden, werden die Kinder oftmals

alleingelassen: Informationsdefizite und mangelnde Ausstattung durch fehlendes Problembewusstsein

abgewiesen: ungeklärte Zuständigkeit verhindert Verantwortungsübernahme, Verweigerung der Aufnahme chronisch kranker Kinder in Kindergarten und Schule

ausgeschlossen: wegen körperlicher Beeinträchtigung, Essenvorschriften, usw.

angegriffen: Mobbing der Mitschüler*innen

Damit alle Kinder gute Entwicklungsmöglichkeiten bekommen, müssen wir auch für diese Kinder Stützlehrer*innen und Schulassistenz ermöglichen. Außerdem brauchen wir auch in Österreich sogenannte "School Nurses", also Krankenpfleger*innen, die an der Schule beschäftigt sind.

Schulassistenz und Stützkräfte ausbauen!

Damit alle Kinder gute Entwicklungsmöglichkeiten bekommen, müssen wir auch für diese Kinder Stützlehrer*innen und Schulassistenz zur Verfügung stellen. Wir brauchen gut ausgestattete Krabbelstuben und Kindergärten, Stützkräfte und Schulassistenz.

Ohne Assistenz ist Kindern mit chronischen Erkrankungen die Teilnahme am Unterricht häufig nur eingeschränkt möglich. Nicht selten ist dafür auch die intensive Betreuung durch die Eltern erforderlich. Wir kennen Mütter, die gerne arbeiten würden, aber keinen Arbeitsplatz finden, den sie mit den erforderlichen Hilfsleistungen für ihr Kind an der Schule verbinden könnten. Assistenz für chronisch kranke Kinder an Schulen wäre nicht nur für Kinder sondern auch für deren Eltern eine enorme Entlastung und Unterstützung.

Die Aufgaben der Schulassistenz sind so vielfältig wie die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler. Sie umfassen pflegerische Tätigkeiten wie das An- und Auskleiden sowie Hilfestellung beim Essen für schwerstbehinderte Kinder und reichen bis zur Unterstützung beim Lösen schulischer Aufgaben in Absprache mit der zuständigen Lehrkraft. Eine zentrale Qualität der Assistenz ist das Angebot einer stabilen einfühlsamen Beziehung, die dem Kind emotionale Sicherheit im schulischen Umfeld bietet und dadurch Lernen ermöglicht.

School Nurses einführen!

Im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz ist die Schulgesundheitspflege verankert. Man sieht in Untersuchungen, dass durch eine School Nurse die Gesundheitskompetenz der Kinder und Eltern nachhaltig steigt. School Nurses gibt es in anderen Ländern wie etwa in den USA, Großbritannien oder Frankreich schon lange. Auch in Deutschland hat man vor drei Jahren in Hessen und Brandenburg School Nurses in einem Pilotprojekt eingeführt. Mit positivem Ergebnis.

Bestimmte Erkrankungen lassen sich nach dem Prinzip der integrierten Versorgung nur durch den Einsatz von Gesundheitspersonal in Schulen sicher managen. Bei Diabetes z.B. müssen Kinder regelmäßig Blutzucker messen und Insulin injizieren, Kinder haben manchmal auch Probleme im Turnunterricht, weil Sport anstrengend ist und die Dosierung verändert werden muss.

Medizinische Indikationen, die eine zusätzliche Betreuung erfordern (Beispiele):

  • Mukoviszidose / Cystischer Fibrose
  • Aids
  • Multiple Sklerose
  • Inkontinenz
  • Diabetes Mellitus
  • Morbus Crohn
  • Asthma
  • alle Arten von Krebs
Quellen: Health Behaviour in School-aged Children-Studie (HBSC), Institut für Gesundheitsförderung und Prävention.
Österreichische Gesundheitsbefragung (ATHIS), Statistik Austria.

Einblicke in die Arbeit der Diakonie

Wie die Diakonie Kinder, Jugendliche und Eltern bei chronischen Krankheiten unterstützt:

Diebe_Im_Koerper_Diakonie

"Diebe im Körper, die herumschießen", so beschreibt Lisa (5) ihre Schmerzen. Lisa lebt mit einer Bindegewebserkrankung. Sie braucht Menschen um sich, die ihre Schmerzen verstehen. Menschen wie Claudia Narovnigg.

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Carmen Diakonie

Carmen lebt mit einer seltenen Krankheit. Vieles im Alltag der 11-Jährigen ist herausfordernd. Aber: "Heute bin ich sehr selbständig und laufe zu Hause herum. Ich klettere in der Böschung herum, bin im Wald und mache vieles allein."

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Tea_FaBi_Diakonie

Tea und Emil treffen sich: Normalerweise Zuhause bei Emil, in diesen Zeiten eben via Skype. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt - und auch, wenn das alles ein bisschen ungewohnt ist,  es macht auch richtig Spaß.

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Therapie-Angebote der Diakonie im Überblick

Die Diakonie bietet Unterstützung für Familien. An diesen Orten gibt es Hilfe:

Hilfe für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen

Diese Angebote für Kinder des Diakoniewerks sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsverzögerungen abgestimmt. Auch Verhaltens-Auffälligkeiten wie Wahrnehmungs- und Konzentrationsprobleme, Regulationsstörungen bei Säuglingen und Haltungsprobleme können dort behandelt werden.

Heilpädagogische Kindergruppen

In drei Heilpädagogische Kindergruppen des Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz werden Kinder und Jugendliche betreut, die in ihrem Alltag zu viel Belastung erleben.

Wohngruppen für junge Menschen mit Essstörungen

Das Diakonie Zentrum Spattstraße bietet zwei einzigartige Wohngruppen für Jugendliche und junge Erwachsene mit Essstörungen.

Ergotheraphie und Logopädie

Ergotheraphie und Logopädie helfen Kindern spielerisch die individuelle Sprachentwicklung und Wahrnehmung der Umwelt zu fördern.

Patenprojekt für Kinder von psychisch kranken Eltern

In Kooperation mit "Miteinander Leben" hat die Diakonie de La Tour ein Patenprojekt für Kinder von psychisch kranken Eltern ins Leben gerufen. Bei einer Patenfamilie können die Kinder neue Erfahrungen in einem unbelasteten und stabilen Umfeld machen.