Wenn Kinder zu viel Belastung erleben

Kindergesundheit: Kinder unter Druck - schreckliche Erlebnisse, Armut und unsichere Beziehungen in der Familie führen zu großem Stress. All das kann zu gesundheitlichen Problemen, Lernschwierigkeiten oder Zukunftsangst führen.
Vater trägt Sohn auf den Armen.
Einen sicheren Rahmen für eine gesunde Entwicklung ohne Belastungen und Stress zu schaffen, gelingt nicht immer von alleine. Viele Familien brauchen dabei Unterstützung. (Foto: © Logoboom/Shutterstock.com)

Die Diakonie antwortet therapeutisch mit dem Angebot heilender Beziehungen, mit der Erfahrung wertschätzender und sicherer Bindung.
Die Diakonie antwortet sozial mit dem Einsatz für finanzielle Existenzsicherung, Zukunftschancen für alle Kinder und gesellschaftlicher Teilhabe

Heilsame Beziehungen für belastete Kinder

Im Rahmen von Therapien können die Wunden von Belastung und Stress bei Kindern heilen. Denn diese Heilung braucht Zeit und fachgerechte Hilfe. Traumatische Erfahrungen und zerbrochene Beziehungen brauchen heilsame Beziehungen und die Erfahrung von "sicherer Bindung".

Bei unseren TherapeutInnen – sei es in der Logotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, oder auch bei der psychologischen Betreuung und Begleitung – können Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass sie hier sicher sind. Je früher die Therapie beginnt, je früher wieder Sicherheit hergestellt werden kann, desto besser ist die Prognose für die Zukunft.

Die Wunden seelischer Verletzungen bei Kindern zu heilen, verlangt Zeit und gut ausgebildete Fachkräfte. Kinder brauchen jemand, auf den sie sich verlassen und an dem sie sich orientieren können.
Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser

Therapieplätze ausbauen - Wartezeiten verringern!

70.000 Kinder in Österreich erhalten nicht die für sie notwendigen Therapien. Damit sie ihren Alltag bewältigen können brauchen sie fachgerechte Unterstützung und Begleitung. Dazu muss der Zugang zu Psychotherapie erleichtert, Therapieangebote und psychosoziale Notdienste außerhalb der Ballungszentren ausgebaut werden.

Im aktuellen Regierungsprogramm sind Schritte in diese Richtung angekündigt. Die Diakonie sieht nun weiter genau hin. Es kommt nun darauf an, dass in Bereichen, in denen der soziale Notstand akut ist, sofort mit der Arbeit begonnen wird. Das betrifft gerade auch die Therapieplätze für Kinder. "Es müssen konkrete Maßnahmen definiert, ein Umsetzungszeitplan erstellt, und Budgetmittel dafür freigemacht werden", so Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser am 8. Jänner 2020 in ihrer ersten Reaktion auf das aktuell präsentierte Programm von türkis-grün.

Therapie-Angebote der Diakonie im Überblick

Die Diakonie bietet Unterstützung für Familien. An diesen Orten gibt es Hilfe:

Hilfe für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen

Diese Angebote für Kinder des Diakoniewerks sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsverzögerungen abgestimmt. Auch Verhaltens-Auffälligkeiten wie Wahrnehmungs- und Konzentrationsprobleme, Regulationsstörungen bei Säuglingen und Haltungsprobleme können dort behandelt werden.

Heilpädagogische Kindergruppen

In drei Heilpädagogische Kindergruppen des Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz werden Kinder und Jugendliche betreut, die in ihrem Alltag zu viel Belastung erleben.

Wohngruppen für junge Menschen mit Essstörungen

Das Diakonie Zentrum Spattstraße bietet zwei einzigartige Wohngruppen für Jugendliche und junge Erwachsene mit Essstörungen.

Ergotheraphie und Logopädie

Ergotheraphie und Logopädie helfen Kindern spielerisch die individuelle Sprachentwicklung und Wahrnehmung der Umwelt zu fördern.

Patenprojekt für Kinder von psychisch kranken Eltern

In Kooperation mit "Miteinander Leben" hat die Diakonie de La Tour ein Patenprojekt für Kinder von psychisch kranken Eltern ins Leben gerufen. Bei einer Patenfamilie können die Kinder neue Erfahrungen in einem unbelasteten und stabilen Umfeld machen.

Einblicke in die Arbeit der Diakonie

Wie die Diakonie Kinder, Jugendliche und Eltern unterstützt:

Frühe Hilfe

Die Geburt eines Kindes bedeutet einen Einschnitt im Leben jedes Paares. Wenn nach der Geburt alles anders läuft, als geplant, müssen viele Eltern ihren ursprünglichen Plan neu überdenken und von Wunschbildern Abstand nehmen.  "Mit einem Schlag war alles anders", erzählt Sigrid W., Mutter von Franka, einem Mädchen mit Down-Syndrom. 

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Kaya

"Geschafft!" Erleichtert legt Birgit das Besteck auf den leeren Teller. Ihre Betreuerin nickt wohlwollend. Das Abendessen ist die größte Herausforderung, die Birgit zu bewältigen hat. Seit vier Monaten wohnt sie in der WG Kaya, und langsam gewöhnt sie sich daran, ihrem Körper Bissen für Bissen mehr Kalorien zuzuführen.

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Naehen

Mütter, die mit wenig Geld auskommen müssen, haben eine Idee: Aus Kleidungsstücken, die nicht mehr passen, nähen sie neue. Upcycling heißt dieser "Trend" - neue Kleider um wenig oder gar kein Geld, kreatives Tätigsein und weniger Müll. Im Diakonie Zentrum Spattstraße können sich die Frauen treffen und gemeinsam nähen.

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Lucas übt fleißig. Er mag seine Therapeutin sehr gerne (Foto: Diakonie)

Lucas steht auf einer dicken Matte, seine Beine wackeln. Die Physiotherapeutin Christa Leonfellner beobachtet jeden Schritt.  Heute hat Lucas ein konkretes Ziel: Er möchte die Matchbox-Autos auf der Rennbahn bewegen. Lucas richtet sich auf, streckt seine Beine durch und greift nach dem ersten Auto.

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Handpuppen

Wenn die Pädagoginnen und Pädagogen und Kinder im Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz mit Puppen spielen, bauen sie verlorengegangenes Vertrauen wieder auf. "Urvertrauen, das man eigentlich von Geburt an hat, das aber viele unserer Kinder einfach nicht erfahren haben", sagt die Psychologin Carina Zweiner.

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Hannah Höfler beim Häckeln, rechts im Bild. Schülerin von hintenund unscharf beim Lernen, links im Bild.

Hannah Höfler ist Lernbetreuerin aus Leidenschaft. Wenn sie mit einem Kind lernt, steht nicht die Schule im Mittelpunkt, sondern das Kind. Eine Spezialität von Hannah ist das Häkeln von kleinen Figuren oder Tieren, unter anderem als Geschenk für Kinder, während diese ihre Aufgaben lösen. Das spornt zum konzentrierten Lernen an.

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Zwei Kinder im Freien

Psychotherapie für geflüchtete Kinder: Das Interkulturelle Psychotherapiezentrum der Diakonie JEFIRA leistet therapeutische Hilfe für seelisch verletzte Kinder und Jugendliche.

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Mutter trägt kleines Kind, dieses schaut in die Kamera.

Kinder mit sicherer Bindung sind selbstbewusster, weniger ängstlich und haben größeres Einfühlungsvermögen. Diakonie Sozialexperte Martin Schenk über die Frühen Hilfen der Diakonie.

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