Flüchtlingslager Moria brennt: Diakonie startet sofortige Nothilfe

Mittwoch, 9. September 2020
Solidarität Europas dringend gefordert. Evakuierung jetzt
Solidarität Europas dringend gefordert. Evakuierung jetzt
Evakuierung jetzt. Brand ist Höhepunkt im Totalversagen der europäischen Flüchtlingspolitik
  • Solidarität Europas dringend gefordert. Evakuierung jetzt

Das Flüchtlings-Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos steht in Flammen. 13.000 Flüchtlinge sind obdachlos und versuchen, aus den Flammen zu fliehen. „Alles brennt, die Menschen fliehen,“ berichtet die Flüchtlingshilfsorganisation „Stand by Me Lesvos“, Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, diese Nacht auf Social Media. Postings anderer Organisationen und Aktivisten, so wie auch Ärzte ohne Grenzen bestätigen dies.

Die Diakonie Katastrophenhilfe startet aktuell mit dem Partner “Stand by me Lesbos” erste Nothilfe Aktivitäten für die vom Brand betroffenen Menschen.

Solidarität Europas dringend gefordert. Evakuierung jetzt

„Moria ist zum Inbegriff des Totalversagens der europäischen Flüchtlingspolitik geworden, das jetzt im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Inferno geführt hat“, sagt Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser und bekräftigt einmal mehr die eigene langjährige Forderung sowie vieler anderer Hilfsorganisation wie u.a. Ärzte ohne Grenzen, die Schutzsuchenden von der Insel Moria zu „dringend zu evakuieren“.

Moria ist nur einer von fünf dieser „Hotspots“

Moria ist einer von fünf EU-Hotspots in Griechenland, ursprünglich eingerichtet, um in der EU ankommende Asylsuchende zu registrieren und dann rasch aufzuteilen auf die EU-Mitgliedsstaaten. Doch aus einigen Tagen sind Jahre geworden. Für 42.000 Menschen – über die Hälfte sind Frauen, Kinder und Jugendliche – gibt es kein Weiterkommen. Im Camp Moria, das für 3.000 Flüchtlinge ausgelegt ist, sind es 20.000. Auf unbestimmte Zeit müssen sie auf den griechischen Inseln ausharren, unter menschenunwürdigen Bedingungen. Ohne ausreichend Trinkwasser, Nahrung, Sanitäranlagen, Gesundheitsversorgung. Sogar Kinder nehmen sich aus Verzweiflung das Leben.

Gebetsmühlenartig weist die Diakonie auf die verzweifelte Lage der Menschen hin. „Seit 2016 haben wir gebetsmühlenartig gefordert, wenigstens unbegleitete Minderjährige und kranke Kinder mit ihren Familien rauszuholen aus dieser Hölle, sie in Österreich und anderen europäischen Ländern unterzubringen und hier die Asylverfahren durchzuführen. Das ist jetzt die letzte Chance für Europa und Österreich Menschlichkeit zu zeigen“, so die Diakonie Direktorin.

Direkte Hilfe vor Ort läuft an. 

Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet vor Ort mit der Flüchtlingshilfsorganisation “Stand by me Lesbos” im Lager Moria auf Lesbos zusammen. LehrerInnen, UnternehmerInnen, VertreterInnen der Zivilgesellschaft haben sich vor Jahren zusammengeschlossen um Flüchtlingen und InselbewohnerInnen in der gemeinsamen schwierigen Situation zu unterstützen. Weil es dort kein trinkbares Fließwasser gibt, wurden die Menschen dort bis dato vor allem mit lebensnotwendigem Trinkwasser versorgt.

Ihre Spende ist dringend gebraucht 

IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333
Kennwort: Flüchtlingshilfe Griechenland

https://diakonie.at/brandkatastrophe-moria