Inklusion: Rechtsanspruch auf 11. und 12. Schuljahr für Kinder mit Behinderungen rasch umsetzen

  • Pressemitteilung
18. März 2025
Diakonie kritisiert anlässlich des Downsyndrom-Tages: Jugendliche mit Behinderungen stehen vor dem Aus ihrer Schullaufbahn

Kürzlich haben 14 Familien im oberösterreichischen Zentralraum die traurige Nachricht bekommen, dass für ihre Teenager:innen mit Behinderungen u.a. mit Downsyndrom zu Schulschluss im Juli ganz Schluss ist mit Schule. Sie hatten wie bisher üblich damit gerechnet, dass die Jugendlichen weiter zur Schule gehen können. „Das nunmehrige Aus ist für die Jugendlichen eine persönliche Katastrophe und für die Inklusion in Österreich skandalös“, kritisiert Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. „Was in Oberösterreich derzeit passiert, steht im Widerspruch zum Programm der neuen Bundesregierung. Und im Widerspruch zu einem Recht, für das Eltern behinderter Kinder seit Jahren kämpfen.“

Der Bedarf an Schulplätzen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf steigt aktuell massiv an. Gleichzeitig fehlt es an Klassenräumen und an qualifiziertem Lehrpersonal für diese Kinder. Viele der Kinder bräuchten für ihre schulische, berufliche und persönliche Entwicklung noch dringend weitere Jahre mit Gleichaltrigen in der Schule. Gibt es kein entsprechendes Angebot, bleiben sie oft zu Hause. Dort müssen sie von ihren Eltern betreut werden. Und der Weg in die Werkstätten ist vorprogrammiert. „Und so bleibt dann auch der Arbeitsmarkt weiterhin diskriminierend für Menschen mit Behinderungen“, kritisiert Moser.

Zu wenige Schul-Plätze insgesamt für Kinder mit Behinderungen

Die Ursache liegt laut der Pädagogischen Hochschule in Oberösterreich darin, dass weniger Kinder mit Behinderung in den Regelschulen inklusiv unterrichtet werden, obwohl das für einige durchaus möglich wäre. Dadurch sind die Plätze in den Sonderschulen an diese Schüler:innen vergeben. Jene, die über die Pflichtschuljahre hinaus zur Schule gehen möchten, finden weder in der Sonderschule einen Platz, noch gibt es ausreichend inklusive Schulplätze nach der Pflichtschule. Die Schulasstent:innen der Diakonie in OÖ begleiten Schüler:innen mit Behinderungen im Schulalltag. Auch sie kritisieren den großen Platzmangel an den Schulen, der auch einen inklusiveren Unterricht und die individuelle Förderung der Schüler:innen erschwert.

Der Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist Teil des neuen Regierungsprogramms. „Wir müssen deshalb weiterhin fordern, dass dieser Rechtsanspruch rasch umgesetzt wird und zeitgleich die inklusiven Schulangebote ausgebaut werden, damit ein Szenario wie wir es in Oberösterreich gerade erleben und aus Wien schon kennen in Zukunft nicht mehr vorkommt“, so Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. „Die Leidtragenden sind in erster Linie die Jugendlichen, denen große Steine in den Weg gelegt werden und natürlich ihre Familien, die jetzt einspringen müssen“. 

 

Ihre Ansprechperson zu dieser Pressemitteilung

Dr.in Roberta Rastl-Kircher
Pressesprecherin & Medienarbeit