Muttertag

Wussten Sie, dass der Muttertag von einer evangelischen Frau erfunden wurde? Und dass es der Begründerin des Muttertags um soziale Gerechtigkeit ging? Die Diakonie erinnert in Zeiten von Corona, in denen viele Mütter und ihre Familien unter die Armutsgrenze rutschen, an die ursprüngliche Idee des Muttertags.

Ein Strauß Hoffnung zum Muttertag

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende an diesem besonderen Tag Müttern in Armut. Danke!

► € 30,- Euro = 1 Corona-Nothilfe Muttertagspaket► Spendenbeitrag frei wählen

Alleinerzieherin erzählt: "Weil das Geld so knapp ist, esse ich weniger."

Gerade einmal ein Joghurt, einen Apfel und eine Wurstsemmel hat Frau Lindner (Name geändert) am Vortag gegessen. Aus Sorge um ihre beiden Kinder Laura und Emil hat sie kaum Appetit.

Weil das Geld so knapp ist, esse ich weniger. So kann ich ein bisschen sparen", erzählt die besorgte Mama (Symbolbild: © altanaka – shutterstock.com).

Aber das ist nicht der einzige Grund. Das Geld reicht einfach nicht, um genug Lebensmittel für ihre Familie zu kaufen. Damit ihre Kinder genug zu essen haben, verzichtet Frau Lindner selbst darauf, satt zu werden.

Der Vater der beiden Kinder ist arbeitslos geworden – die Alimente bleiben seitdem aus. „Wie soll sich das alles ausgehen? Schon vor Corona mussten wir sparsam sein, damit wir über die Runden kommen. Doch die aktuelle Situation ist dramatisch – nachdem ich meine Miete gezahlt habe, bleibt nichts mehr übrig.“

Am Muttertag wünschen sich Mütter wie Frau Lindner vor allem eines: Genug zu essen für die Familie und Sorgenfreiheit rund um Miet- oder Energiekosten.

Bitte machen Sie mit uns den Muttertag wieder zu dem, wofür er im Jahr 1907 von Anna Marie Jarvis gegründet wurde: zu einem Tag der Solidarität sowie der Botschaft für soziale Gerechtigkeit und Frieden. Schenken Sie heuer am Muttertag Müttern in Armut mit Ihrer Spende einen Strauß voll Hoffnung.  Herzlichen Dank!

Die Geschichte des Muttertags – ein Tag im Gedenken an Frieden und soziale Gerechtigkeit

Als Anna Marie Jarvis am 12. Mai 1907 in ihrer evangelisch-methodistischen Pfarrgemeinde einen Gedenkgottesdienstes zum zweiten Jahrestag des Todes ihrer Mutter Ann Maria Reeves Jarvis initiierte, hatte sie ein klares Ziel vor Augen: die Würdigung eines Lebens voller Engagement für Sozialdienste und Frieden.

Anna Marie Jarvis Mutter Ann hatte 1858 „Mothers Days Works Clubs“ ins Leben gerufen. Auf deren Agenda standen der Kampf gegen die hohe Kindersterblichkeit und Gesundheitsförderung für Familien. Während des amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) organisierte sie „Mother’s Friendship Days“. Im Rahmen dieser Mütter-Freundschafts-Tage wurden Verwundete beider Kriegsparteien mit dem Lebensnotwendigen versorgt.

Zu ihrem dritten Todestag 1908 wurde der erste offizielle Muttertag gefeiert.

500 Nelken zu Ehren aller Mütter

Anna Marie Jarvis verteilte zum Gedenken an ihre Mutter und deren Lebenswerk, aber auch als Anerkennung aller Mütter fünfhundert rote und weiße Nelken, die Lieblingsblumen ihrer Mutter. Die roten Nelken sollten die lebenden Mütter ehren, die weißen die verstorbenen.

Die Botschaft für Frieden und soziale Gerechtigkeit, die Anna Marie Jarvis mit dem Muttertag verband, geriet in Vergessenheit.

Der gläubigen Methodistin und Frauenrechtlerin Anna Marie Jarvis war die Kommerzialisierung des Muttertags ein Dorn im Auge. „Ich wollte, dass er ein Tag der Empathie, nicht des Profits ist“, erklärte sie und protestierte. 1923 steckte man sie wegen Störung einer Muttertagsfeier sogar kurzzeitig ins Gefängnis.

Anna Marie Jarvis zog auch vor Gericht, um die Feier des Muttertags unterbinden zu lassen. Sie verlor nicht nur den Prozess, sondern auch ihr gesamtes Hab und Gut. Verarmt starb sie 1948 in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Soziales Engagement in der Evangelisch-methodistischen Kirche

Anna Marie Jarvis war Mitglied der Evangelisch-methodistischen Kirche, ihr Vater war Pastor. In der Evangelischen-methodistischen Kirche, die im 18. Jhd. in Großbritannien entstand, wird die soziale Dimension des Glaubens besonders betont. In Österreich ist die Evangelisch-methodistischen Kirche mit etwa 1.500 Mitgliedern die kleinste der drei evangelischen Kirchen. Ihr soziales und diakonisches Engagement lebt die Evangelisch-methodistische Kirche zum einen in ihren Pfarrgemeinden und zum anderen im Diakonie Zentrum Spattstraße, das sich vorrangig für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene einsetzt.