Geschichte der Diakonie

Nach 180 Jahren Gegenreformation in Österreich konnte 1781 durch das Toleranz Patent Josefs II mit dem Wiederaufbau evangelischen Lebens begonnen werden. Das Protestantenpatent Franz Josefs I von 1861 führte zur rechtlichen Anerkennung sozialer evangelischer Vereine im öffentlichen Leben. Aus der Initiative einzelner engagierter Persönlichkeiten entstanden so zahlreiche größere und kleinere diakonische Werke.

Zu den heute bekanntesten traditionsreichen Organistationen gehören: Das Diakoniewerk Gallneukirchen in Oberösterreich, zurückgehend auf Pfarrer Ludwig Schwarz und den katholischen Pfarrer Martin Boos (1873). Daraus hervor ging auch das berühmte Diakonissenwerk in Gallneukirchen (1877).

Die diakonischen Anstalten in Waiern bei Feldkirch (Kärnten) gegründet 1881 von Pfarrer Ernst Schwarz.
Die diakonischen Anstalten in Treffen (Kärnten) der Gräfin de la Tour (1888).
Beide Vereine sind heute zusammengefasst in der Diakonie de La Tour.

Um all die verschiedenen Initiativen evangelischer Nächstenhilfe besser organisieren und fördern zu können, wurde 1912 der "Zentralverein für Innere Mission" in Österreich gegründet. Die Betreuung der großen Flüchtlingsströme im Zuge des 1. Weltkrieges wurde zu seiner ersten großen Herausforderung.

Diese in den Wirren des 3. Reiches durch Enteignung und Zerstörung stark geschwächte "Innere Mission" wurde 1968 als Verein neu gegründet und trägt heute den Namen "Diakonie Österreich". Die Diakonie zählt zu den 5 großen Wohlfahrtsorganisationen in Österreich und ist ein Zusammenschluss lutherischer, reformierter, methodistischer, altkatholischer, baptistischer und diakonischer Einrichtungen. Die Diakonie Österreich vertritt die einzelnen Mitgliedsorganisationen nach außen und unterstützt deren Tätigkeiten.

Anders als die Caritas und das Rote Kreuz ist die Diakonie dezentral strukturiert, regional stark unterschiedlich vertreten und oft nur unter ihrem lokalen "Eigennamen" bekannt. Ihre historisch bedingten Eigenheiten haben sich die diakonischen Einrichtungen bis heute bewahrt. Finanzierung, Projektplanung, interne und externe Kommunikation sind Tätigkeitsbereiche, die in jeder Einrichtung angesiedelt und einem eigenen Rektor bzw. Rektorin oder Geschäftsführer/in unterstellt sind.