​Zivilgesellschaft fordert Aufnahme Schutzsuchender von den griechischen Inseln

Mittwoch, 11. März 2020
Ein Flüchtling blickt durch einen Grenzzaun (Foto: Thomas Lohnes/DKH)
Grenze in Griechenland (Foto: Thomas Lohnes/DKH)
Hilfsorganisationen und Allianz Menschen.Würde.Österreich appellieren an Österreichs Bundesregierung, Humanität in dieser akuten Not mitten in Europa zu zeigen
Ein Flüchtling blickt durch einen Grenzzaun (Foto: Thomas Lohnes/DKH)
Grenze in Griechenland (Foto: Thomas Lohnes/DKH)

Die Allianz „Menschen.Würde.Österreich“ und Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe appellieren an die österreichische Bundesregierung, ihre Hilfe angesichts der aktuell dramatischen Situation im Norden Syriens und auf den griechischen Inseln auszuweiten und nebst finanzieller Hilfe rasch humanitäre Hilfe zu leisten.

„Koalition der Menschlichkeit anschließen und Schwächste der Schwachen retten“

„Österreich kann und soll hier dem Beispiel Deutschlands und anderer europäischer Staaten folgen und sich an der Aufnahme der Schwächsten der Schwachen – etwa unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Familien mit Kindern oder andere vulnerable Gruppen – von den griechischen Inseln beteiligen“, betonen Christian Konrad und
Ferry Maier von der Allianz Menschen.Würde.Österreich.

EU-Staaten können Schutzsuchende, die vor Krieg, Terror und Verfolgung geflüchtet sind, etwa von den griechischen Inseln aufnehmen und die Asylverfahren im eigenen Land durchführen. „Diese Menschen sind bereits in Europa und haben damit ein Recht auf ein Asylverfahren, das den rechtsstaatlichen und humanitären Ansprüchen Europas Rechnung trägt“, sehen die VertreterInnen von Caritas, Diakonie, Menschen.Würde.Österreich, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe „eine Verantwortung, der
sich Österreich stellen muss.“

Menschen in Österreich wollen menschlich bleiben

„Die Bilder aus Griechenland sind Bilder aus Europa – hier besteht eine besondere Verantwortung. Die Menschen in Österreich wollen menschlich bleiben! Die österreichische Bundesregierung muss dafür ihre europäische Verantwortung wahrnehmen!“, so Konrad und Maier.

Verschiedene Handlungsfelder nicht gegeneinander ausspielen 

Es geht um ein ‚Und‘ und nicht um ein ‚Oder‘ – Hilfe vor Ort in Griechenland, in der Türkei und in und um Syrien, z.B. in Idlib, neuer Pakt mit den Staaten der Region zur Versorgung der geflüchteten Menschen UND Entlastung für Griechenland durch Übernahme von Asylverfahren akut, rasch und unbürokratisch sowie mittelfristig via
Relocation, so die Überzeugung der NGOs.

„Das Sichern von Grenzen und das Einhalten der Genfer Flüchtlingskonvention dürfen kein Widerspruch sein. Die aktuelle Situation verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, nationale und transnationale Herausforderungen im Themenkomplex Asyl, Migration und Integration aktiv zu bearbeiten, konstruktive Lösungen zu finden und
solidarisch umzusetzen.“