INTO Salzburg: Seit 15 Jahren gelungene Integrationsarbeit der Diakonie in Salzburg

Mittwoch, 12. Oktober 2016
Zerina mit Klientin bei INTO Salzburg ©Regina Hügli/Diakonie Flüchtlingsdienst
Zerina mit Klientin bei bei INTO Salzburg ©Regina Hügli/Diakonie Flüchtlingsdienst

„Der Fokus der Flüchtlingsdebatte bewegt sich oft zwischen Abschottung und Aufnahme von Asylwerbern, wobei jetzt aber die schnelle Integration derer nötig ist, die hier sind, und hier bleiben werden“, betont Christoph Riedl, Experte für Asyl und Integration in der Diakonie. „In Salzburg gelingt es der Diakonie seit nunmehr 15 Jahren, und dafür möchten wir uns heute auch bedanken, gemeinsam mit Stadt und Land intensive und deshalb gelingende Integrationsarbeit zu leisten“, so Christoph Riedl.

 „15 Jahre INTO Salzburg heißt seit 15 Jahren ein breites Angebot für anerkannte Flüchtlinge bereitstellen zu können, die Hilfe beim Ankommen suchen“, erklärt Zerina Hadzihajdarevic von der Diakonie, die Leiterin des Integrationshauses INTO Salzburg.

Der Diakonie Flüchtlingsdienst begleitet mit INTO Salzburg Menschen, die oft viele Monate auf ihre Asylanerkennung gewartet haben, bei den ersten Schritten in ihr Leben in Österreich. „Da geht es ums Deutschlernen und darum, dass sie die Möglichkeit bekommen, sich ein Grundwissen über die österreichische Gesellschaft, Kultur und Politik aneignen können. Nur so können sie dann auch wirklich aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, ist Zerina Hadzihajdarevic überzeugt.

Flüchtlingsfamilie sitzt im Wohnzimmer ihrer Startwohnung von INTO Salzburg. © Regina Hügli/ Diakonie FD
Flüchtlingsfamilie in ihrer Startwohnung bei INTO Salzburg. © Regina Hügli/ Diakonie FD
Auch am Land

„Und weil es in Salzburg - besonders seit dem vergangenen Jahr - auch „am Land“ mehr Flüchtlinge gibt, haben wir jetzt Ableger von INTO im Innergebirg und im Pinzgau gegründet“, berichtet Zerina Hadzihajdarevic. Dies sei vor allem deshalb wichtig, weil jene Flüchtlinge, die dort in Grundversorgung untergebracht sind, dringend Integrationsberatung brauchen. „Wir haben alleine in den abgelegenen Orten des Innergebirgs derzeit 290 KlientInnen, denen wir mit Rat zur Seite stehen, damit sie möglichst bald – und spätestens wenn sie einen Aslybescheid in der Hand halten – selbstbestimmt in ihr neues Leben in Österreich gehen können“.

Freiwillige sind eine große Stütze

Was bei der Arbeit in Salzburg Stadt, aber besonders auch in den Landgemeinden vor allem im letzten Jahr sehr geholfen hat, waren die ehrenamtlichen Vereine, die es fast überall gibt. „Viele Menschen engagieren sich bis heute unermüdlich, wenn es um die Unterstützung von Flüchtlingen geht“, betont die ganze Belegschaft von INTO Salzburg.

Erfolgsgeschichte

Rulan Mohammad ist 19 und stammt aus Syrien. Er ist seit Ende März 2014 in Österreich, und hatte Glück mit einer relativ raschen Asyl-Anerkennung noch im Sommer 2014. Da Rulan damals noch minderjährig war, konnten seine Eltern und die beiden jüngeren Schwestern bald nachkommen. Die wieder vereinte Familie ist im März 2015 bei uns ins Integrationshaus INTO eingezogen. Rulan konnte damals schon Deutsch auf A2-Niveau sprechen, und wurde in einen Kurs für Basisbildung und Hauptschul-Abschluss aufgenommen. Er besuchte intensiv 5 Tage die Woche den Unterricht, und wurde stets von der Kursleiterin als einer der fleißigsten Schüler gelobt. Innerhalb eines Jahres nach seiner Asyl-Anerkennung war er soweit, dass er im September 2015 – auch mithilfe eines Stipendiums - die Abend-HTL beginnen konnte.

Integration österreichweit einheitlich gestalten

„Damit die Integration derer, die in Österreich bleiben werden, gelingen kann, ist es wichtig, dass sich die Politik nicht auf isolierte Ideen verlässt, sondern ein bewusst und bundesweit abgestimmtes System entwirft, das Integration fördert, anstatt sie zu behindern,“ betonen die ExpertInnen der Diakonie. „Bund und Länder müssen dafür die Integration von Flüchtlingen als gemeinsame Aufgabe verstehen. Alle Integrationshilfe-Leistungen, angefangen von der Mindestsicherung bis hin zur Starthilfe bei Wohnen und Arbeit müssten dann in allen Bundesländern vergleichbar sein. Und dieser Abstimmungs-Schritt muss möglichst schnell gesetzt werden“, so Asylexperte Christoph Riedl abschließend.