Pilotprojekt #QualifyForHope ermöglicht individuelle Integrationsbegleitung und Ausbildung für junge Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung

Donnerstag, 12. Januar 2017
Hürden im Bildungssystem abbauen: Bildung und Ausbildung sind Schlüssel für selbstständiges Leben

Die Chancen, die junge Menschen in ihrem späteren Leben haben, werden stark durch die Qualität ihrer Bildung beeinflusst. „Doch leider treffen Jugendliche mit Flucht- oder Migrationserfahrung im österreichischen Bildungssystem noch immer auf große Herausforderungen“, kritisiert die Diakonie. Wenn sie bei ihrer Ankunft in Österreich die Schulpflicht bereits erfüllt haben, ist es für sie besonders schwer, den so wichtigen Zugang zu Ausbildung und Job zu finden.

Jungen Menschen Chancen bieten ermöglicht Bereicherung für alle

#QualifyForHope ist ein Pilotprojekt für junge Frauen an der Schnittstelle Bildung-Ausbildung-Arbeit und eine erfolgreiches Bindeglied zwischen Bildungs- und Sozial-Politik. „Wir freuen uns besonders, dass hier erstmals zwei Ministerien – Sozial- und Bildungsministerium - die Finanzierung ermöglicht haben“, betont Ulrike Reindl, Projektleiterin von #QualifyForHope. Denn das zeige, dass es bei #QualifyForHope gewünscht ist, alte Muster zu durchbrechen und den Integrationsprozess durch veränderte Ansätze zu beschleunigen.

Seit September 2016 nehmen 70 Teilnehmerinnen die individuelle Integrationsbegleitung von #QualifyForHope in Anspruch und bereiten sich auf weitere Bildungsschritte oder Jobeinstieg vor.

Wie funktioniert #QualifyForHope?

Die Teilnehmerinnen von #QualifyForHope, einer Kooperation zwischen Diakonie und ProVita Bildungs gem. GmbH, bekommen Unterstützung beim Ankommen in Österreich, und beim Überwindung dieser Integrationshürden. „Wichtig ist dabei aber der positive Zugang“, betonen beide Kooperationspartner. Und dabei geht es darum, diese jungen Frauen in einer Weise an das österreichische (Aus-)Bildungssystem bzw. die Arbeitswelt heranzuführen, die ihre individuellen Biographien und Bedürfnisse, Talente und Voraussetzungen angemessen ist.

Wir müssen endlich aufhören in Fragen der Integration nur auf die Defizite derer zu schauen, die zu uns kommen. Migration ist auch eine Bereicherung für Österreich.
Christoph Riedl, Integrationsexperte der Diakonie

„Unsere Leitidee in #QualifyForHope ist es, die Teilnehmerinnen persönlich und individuell zu stärken“, betont Ulrike Reindl, Projektleiterin. „Und die jungen Frauen gehen aus #QFH auch erst hinaus, wenn sie tatsächlich den weiteren Schritt in ihrer Laufbahn setzen“. Dies ist z.B. wenn sie eine Lehrstelle, eine Anstellung oder einen tatsächlichen weiterführenden Ausbildungsplatz haben. „#QualifyForHope geht es einerseits um die Vorbildung, andererseits aber um den konkreten Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt und das Ausbildungswesen“, so Reindl.

 „Wir müssen endlich aufhören in Fragen der Integration nur auf die Defizite derer zu schauen, die zu uns kommen. Migration ist auch eine Bereicherung für Österreich. Und jungen Menschen Chancen zu bieten heißt, ihnen ein selbstständiges Leben und ein Raus aus der Abhängigkeit von Sozialhilfe zu ermöglichen“, betont Christoph Riedl, Integrationsexperte der Diakonie.

Investition in Bildung und Ausbildungen gerade für Jugendliche und junge Erwachsene besonders wichtig

Die jungen Frauen aus dem Projekt #QualifyForHope und viele, denen es so geht wie ihnen, werden hier in Österreich bleiben. Und sie brauchen eine Perspektive.

Deshalb muss Jugendlichen unabhängig von ihrem Alter und von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status der Zugang zu Bildung und Ausbildung ermöglicht werden. „Alles andere ist unverantwortlich und langfristig auch unfinanzierbar“, so Asyl- und Integrationsexperte Christoph Riedl, Diakonie Österreich abschließend.

Mehrsprachige Infoblätter über #QualifyForHope - Deutsch, Englisch, Arabisch, Persisch

#QualifyForHope bietet mehrsprachige Infoblätter für Teilnehmerinnen und Organisationen, die als PDF heruntergeladen werden können.