Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Pflegesystem dringlich

Mittwoch, 25. März 2020
Die Diakonie fordert umfangreiche Pakete für mobile Betreuung und Pflege (Foto: © Nadja Meister)
Die Diakonie fordert umfangreiche Pakete für mobile Betreuung und Pflege (Foto: © Nadja Meister)
Einreise von Pflegepersonal und Schutzbekleidung muss sichergestellt sein
Die Diakonie fordert umfangreiche Pakete für mobile Betreuung und Pflege (Foto: © Nadja Meister)
Die Diakonie fordert umfangreiche Pakete für mobile Betreuung und Pflege (Foto: © Diakonie / Nadja Meister)

Die Diakonie begrüßt, dass die Bundesregierung Maßnahmen setzt, damit Menschen mit Pflegebedarf in Zeiten von Corona nicht unversorgt bleiben. „Es ist gut und wichtig, dass die mehr als 175.000 Menschen, die ausschließlich und ohne professionelle Unterstützung von Angehörigen gepflegt werden, in den Blick kommen“, kommentiert Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser die Ankündigung von Gesundheits- und Sozialminister Anschober und Zivildienstministerin Köstinger von gestern, Dienstag, 100 Mio. Euro aus dem Sonder-COVID Fonds für telefonische Pflege-Hotlines und Ersatzbetreuungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen.

Ersatzpflegeplätze in Reha-Zentren seien allerdings als ultima ratio zu sehen, so Moser: „Zunächst muss alles dafür getan werden, dass Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Um dies zu ermöglichen, sollten umfangreiche Pakete für mobile Betreuung und Pflege zur Verfügung gestellt werden. Wir hoffen, dass die Bundesländer dies bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Ersatzpflege im Blick haben.“

Positiv sieht die Diakonie auch den Ausbau von Hotlines, an die sich Angehörige wenden können. „Wichtig wäre, dass diese Hotlines sich nicht auf Auskünfte über Ersatzpflegeangebote beschränken. Pflegende Angehörige brauchen auch Informationen, was sie angesichts von Corona beachten müssen, und über einfache Maßnahmen, die sie selbst umsetzen können.“ Als Beispiele nennt die Diakonie-Direktorin neben Hygienemaßnahmen auch Tipps zum Umgang mit Angehörigen mit Demenz, die besonders sensibel auf Verunsicherungen in der Corona-Krise reagieren.

Situation in der stationären Pflege nicht übersehen

Begrüßenswert sei weiters, dass für die Dauer der Pandemie ein weiterer Kreis an Personen, Zivildiener etwa, für unterstützende Tätigkeiten bei der Basisversorgung herangezogen werden könne. „Das und der außerordentliche Zivildienst sind ein Baustein, um in der stationären Pflege und Betreuung die Versorgung aufrecht zu erhalten, wenn es zu Personalausfällen aufgrund von Erkrankungen oder Quarantäne kommt. Eine Situation, auf die wir uns in der Diakonie schon länger vorbereiten“, so Moser. Man dürfe über der Frage der Absicherung der Pflege zu Hause die Situation in der stationären Pflege und auch die auch die Risikogruppe Menschen mit Behinderungen nicht übersehen.

Schon jetzt mit Personalengpässen konfrontiert sei man in grenznah gelegenen Pflegeeinrichtungen wie im Burgenland, wo teilweise die Hälfte des Personals aus der Slowakei und Ungarn kommt. „Es bleibt weiterhin wichtig, nach Möglichkeiten für Einreise und Einsatz von Pflegekräften aus dem Ausland zu suchen, und unbedingt die tägliche Ein- und Ausreise für PendlerInnen aufrecht zu erhalten. Wir brauchen sie dringend, sowohl in Pflege- und Wohneinrichtungen für Menschen im Alter und Menschen mit Behinderungen, als auch in der 24h-Betreuung und bei mobilen Diensten. Wenn die MitarbeiterInnen, die täglich aus den Nachbarländern herüberkommen, nicht mehr kommen könnten, wäre das für die Einrichtungen und für die zu Pflegenden dramatisch.“

Die Direktorin verweist auf die herausragenden Leistungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Pflegeeinrichtungen der Diakonie: „Sie müssen nicht nur zusätzliche umfangreiche Schutz-, Abstands- und Hygienebestimmungen umsetzen. Angesichts von Besuchsverboten und großer Verunsicherung sind sie emotional besonders gefordert. Es ist beeindruckend, mit welcher Kreativität und welchem Einsatz die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für gute Stimmung, Genuss und Freude im Alltag sorgen und Hoffnung schenken. Danke dafür!“

Schutzbekleidung für Pflegekräfte dringend nötig

Was den Pflegekräften den Alltag erschwert, ist der Mangel an Schutzbekleidung. Zwar sei durch die Meldung über eingetroffene Lieferungen „Licht am Horizont zu sehen. Aber noch sind Masken, Schutzbrillen etc. nicht bei den Pflegekräften“, sagt Moser und appelliert an die zuständigen Stellen, beim Verteilen der Schutzbekleidung den Pflegebereich und hier „besonders dezentrale kleine Betreuungs- und Wohneinrichtungen“ nicht zu übersehen.

Durch den zusätzlichen Bedarf an Schutzbekleidung und Hygieneartikel entstehen Kosten, die nicht vorhersehbar waren. Die Diakonie ist dafür auf Spenden angewiesen.

Corona Hilfsfonds

Passen wir aufeinander auf! Mit Ihrer Spende an den Corona Hilfsfonds der Diakonie versorgen Sie Menschen, die in dieser Krise unsere Unterstützung ganz besonders brauchen. Danke!

Erste Bank, IBAN: AT49 2011 1287 1196 6399, BIC: GIBAATWWXXX

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