Kein Kind soll von notwendigen gesundheitlichen Behandlungen ausgeschlossen sein

Traumaspezifische, kultursensible Psychotherapie und medizinische Beratung für geflüchtete Menschen  © Nadja Meister | Diakonie Flüchtlingsdienst
Traumaspezifische, kultursensible Psychotherapie und medizinische Beratung für geflüchtete Menschen © Nadja Meister | Diakonie Flüchtlingsdienst
Ambulanz AmberMed: Unverzichtbare Hilfe für Kinder ohne Krankenversicherung. Armut, prekäre Verhältnisse und Nichtversicherung belasten Kinder schwer
Traumaspezifische, kultursensible Psychotherapie und medizinische Beratung für geflüchtete Menschen  © Nadja Meister | Diakonie Flüchtlingsdienst

Was es für Kinder bedeutet, wenn sie nicht versichert sind, beschreibt die Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe bei AmberMed, Monika Matal: „Kinder und ihre Familien ohne Versicherung leben unter großer Existenzangst. Wenn unvorhergesehene Gesundheitsprobleme dazukommen, ist AmberMed oft die einzige Rettung.“ Die Arbeit mit Unversicherten sei anders, als die Arbeit in einer herkömmlichen Ordination. Die Patienten leben unter großer Existenzangst und Überlebensstress. „Wir sorgen uns hier um die Säuglings- und Kindergesundheit“, erzählt Matal aus der Praxis, „und bieten Hilfe für diese schwer belasteten Kinder, wo es sonst keine Hilfe mehr gibt.“

Große Folgeprobleme, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird

„Kein Kind das hier lebt, soll von gesundheitlicher Behandlung ausgeschlossen sein“, betont der Sozialexperte der Diakonie, Martin Schenk. Und wir wissen auch: „Wer früh hilft, hilft doppelt“, so Schenk. Die Behandlungskosten einer kleinen Verletzung, einer Verbrennung am Finger, kann bei Nichtbehandlung um den Faktor 7,3 explodieren. Also mehr als siebenmal so hohe Kosten verursachen. Es kann zu großen Folgeproblemen kommen, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird – für das Gesundheitssystem und die gesellschaftlichen Kosten insgesamt wie natürlich für das Kind selbst.

AmberMed wichtig für Zugang, Versorgung und Vorbeugung

Ambulanzen, die Patienten ohne Versicherung betreuen, Menschen vor Leid bewahren und Folgekosten für die Gesellschaft verhindern, erfüllen wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl. AmberMed leistet wichtige Präventionsarbeit. „Wir bringen Betroffene wieder zurück ins Versicherungssystem, wir leisten konkrete Gesundheitsversorgung und Begleitung, wir verhindern böse Folgen von Krankheiten“, erklärt Carina Spak, Sozialarbeiterin und Leiterin von AmberMed. Insgesamt wurden im letzten Jahr 8 279 medizinische Behandlungen, fast ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Ärzt*innen, durchgeführt. AmberMed hat insgesamt 3 312 unversicherte Patient*innen medizinisch versorgt. 485 Patient*innen waren unter 18, fast 200 unter 6 Jahre alt. 54,57% der Patient*innen waren weiblich.

Ärztekammer: Arbeit von Ambulanz AmberMed essenziell

„Organisationen wie AmberMed sind aus Ärztekammersicht daher essenziell, um Hilfe zu leisten, wo der Staat nicht mehr übernimmt“, fordert der Präsident der Ärtzekammer, Thomas, Szekeres, eine ordentliche Absicherung der Arbeit der Einrichtung.  „Die Mission der Organisation ist es, Menschen ohne Krankenversicherung niederschwelligen und dolmetschunterstützten Zugang zu medizinischer Versorgung mit erhöhter Aufmerksamkeit und differenzierter Wahrnehmung hinsichtlich der Herkunft, Lebensgeschichte und Symptomatik zu ermöglichen“, so Szekeres. AmberMed bietet akute ärztliche Diagnostik, Versorgung und Beratung, ganzheitliches medizinisches Verständnis mit Schwerpunkt auf Gesundheitsvorsorge, soziale und psychologische Beratung, ein breites Fremdsprachenangebot, Diskretion und Anonymität.
 

Rund 27.000 ohne Krankenversicherung

Laut einer aktuellen Studie[1] des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik & Sozialforschung und der Diakonie sind rund 27.000 Personen mit Stichtag in Österreich nicht krankenversichert. Da ist Frau K in prekärer Beschäftigung, da ist Herr G in einer schweren psychischen Krise, da sind Hilfesuchende wie Frau L, die ihren Mindestsicherungsanspruch aus Scham nicht einlösen, da ist Herr G., der hier unangemeldet am Bau arbeitet, da ist Frau M., die nach längerem Auslandsaufenthalt zurückkehrt.

#Kindergesundheit #BelasteteKinder

[1] Fuchs, Michael; Hollan, Katarina; Schenk, Martin (2018): Analyse der Nicht-Krankenversicherten Personen in Österreich.

Ihre Spende hilft!

AmberMed/Diakonie Flüchtlingsdienst
IBAN: AT97 2011 1287 2204 5678
Spendenkennwort: AmberMed - medizinische Hilfe ohne E-Card

SPENDEN »