Kälte: Warmer Ort und warmes Essen für Jugendliche in Not

Mittwoch, 2. Dezember 2020
Jugendnotschlafstelle JUNO: Einen Platz bekommen, wenn man kein Zuhause hat. Das ist jetzt in Zeiten von Corona besonders schwierig
Grafische Darstellung einer Sprechblase, warmer Suppe und eines Bettes

Die Nachfrage nach einem warmen Platz und einem warmen Essen ist groß, berichtet die Diakonie aus der Jugendnotschlafstelle Juno in Villach. Die Kälte lässt den Andrang auf einen warmen Ort und ein warmes Essen ansteigen. „Soziale Notstellen und ein warmer Ort sind in solchen Situationen eine existentielle Frage", so Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich. Diese Hilfen werden mehr denn je gebraucht. Die Jugendnotschlafstelle Villach der Diakonie de La Tour bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 21 Jahren eine einfach zugängliche Soforthilfe an. Diese umfasst einen Schlafplatz, eine Duschmöglichkeit sowie Essen. Die JUNO hat aktuell 24 Stunden offen.

„Einen Platz bekommen, wenn man kein Zuhause hat. Das ist jetzt, in Zeiten von Corona, Lockdown und Abstandhalten, besonders schwierig“, sagt Marie Danko von der Diakonie-Jugendnotschlafstelle JUNO. Die Angebote sind freiwillig und kostenlos. „Unser Ziel ist, dass du dich bei uns sicher und geborgen fühlst. Bei uns kannst du übernachten, wenn du nicht weißt, wo du sonst hinsollst. Du kannst auch ohne Anmeldung zu uns kommen, wenn du Hilfe brauchst, dich duschen, deine Wäsche waschen oder etwas essen möchtest“.

Als es klingelt, ist es schon dunkel. Marie Danko weiß nicht, wer es ist. Aber so ist das oft. „Als ich die Tür aufmache, steht da ein junger Bursch, noch keine 18 Jahre alt“, erinnert sie sich. „In dünnen Jeans, ohne Winterjacke, im T-Shirt.“ Bei minus drei Grad. Marie greift nach dem Desinfektionsmittel und Fiebermesser. Sie gibt dem jungen Mann einen frischen Mund-Nasen-Schutz und zeigt ihm, wo er sich die Hände waschen kann. Später wird sie mit Tom (Name geändert) über vieles reden: Warum er da ist, wo er vorher war, wohin er später gehen kann… Aber jetzt zeigt sie auf das Sofa im Wohnzimmer und sagt: „Mach es dir gemütlich.“ Wenig später wärmt sich Tom an einer warmen Tasse Tee die Hände. „Wir fragen nicht viel“, sagt Marie. „Wir sind einfach da.“

Marie Danko und ihre Kolleginnen und Kollegen sind da, wenn es sonst niemand ist. Für viele junge Menschen, die hierherkommen, bedeutet die JUNO vor allem: Einfach da sein dürfen. „Sich nicht jeden Tag Gedanken machen müssen wie ‚Wo schlaf ich heute? Wer nimmt mich auf? Welcher Freund oder welche Freundin hat heute eine Couch für mich? Wo kann ich mich diese Nacht aufwärmen?‘“

Die Kälte lässt den Andrang von Menschen in Not auf einen warmen Ort und ein warmes Essen ansteigen. Unsere Wärmestuben und soziale Notschlafstellen sind in solchen Situationen für Jugendliche und Erwachsene in Not eine existentielle Frage. 

Hoffnung und Wärme schenken

Die Diakonie lässt niemand allein und in der Kälte! - Alle Infos: https://diakonie.at/warme-orte-und-notschlafstellen

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