Digitalisierungsreform muss bei allen Schülerinnen und Schülern ankommen

Dienstag, 30. Juni 2020
Liam und sein Tablet (Foto: LIFEtool)
Liam und sein Tablet (Foto: LIFEtool)
Kommunikationsgeräte für Kinder und Jugendliche mit Sprachbehinderungen bereitstellen
Liam und sein Tablet (Foto: LIFEtool)

Laut aktuellen Regierungsplänen sollen Schülerinnen und Schüler ab dem Schuljahr 2021/22 mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. „Die Corona-Krise hat verdeutlicht, dass Unterricht auch digital und auf Distanz funktionieren kann – jedoch nicht gleich gut für alle“, zeigt Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich auf.

„Lücken und Mängel wurden sichtbar“, so die Diakonie: Zum einen fehlten Geräte – nicht jeder und jede SchülerIn besitzt ein eigenes Tablet oder einen Laptop, und digitale Kompetenz ist noch nicht ausreichend in den Lehrplänen angekommen. Zum anderen bedeutete die Einführung von ‚Distance Learning‘ eine enorme Umstellung in kürzester Zeit.

Potenzial der Digitalisierungsreform ausschöpfen – niemanden vergessen

„Wir sehen im Vorhaben der Digitalisierungsreform viel Potenzial. Die Ausstattung mit Geräten ist ein wichtiger Schritt, um sozialer Ungleichheit entgegenzuwirken. Je gleicher die Bedingungen zum Lernen sind, desto fairer sind die Chancen, die Herausforderungen zu schaffen“, betont Maria Katharina Moser.

„Wichtig ist jetzt, nicht auf bestimmte SchülerInnen zu vergessen. Zum Beispiel auf SchülerInnen, die in ihrer Kommunikation eingeschränkt sind und sogenannte Assistierende Technologien brauchen“, fordert Maria Katharina Moser. Viele der rund 63.000 Betroffenen in Österreich teilen sich mittels einer digitalen Kommunikationshilfe mit, z.B. einer Mund-Maus oder einer Augensteuerung für den PC. „Digitale Hilfsmittel für Schüler und Schülerinnen mit Behinderung müssen unbedingt in der Digitalisierungsreform mitgedacht und ebenfalls gefördert werden.“

Digitalisierung und Inklusion müssen Hand in Hand gehen

„Für uns ist wichtig, dass kein Kind zurückbleibt. Ein Plan für die Digitalisierung der Schulen muss mit Inklusion Hand in Hand gehen. Wir wissen, dass die Notwendigkeit `Unterstützter Kommunikation´ immer noch eine große finanzielle und bürokratische Belastung für Eltern, Angehörige und natürlich die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst darstellt. Hier braucht es auf vielen Ebenen Lösungen. Die Schulen könnten mit gutem Beispiel voran gehen und den ersten Schritt in Richtung Geräteausstattung, auch für spezielle Kommunikationsgeräte, gehen“, fordert Maria Katharina Moser abschließend.