Diakonie zur österreichischen Demenzstrategie: Demenz geht uns alle an!

Montag, 14. Dezember 2015
Hand hält einen Schlüsselbund
Demenz: Vergessen, aber nicht vergessen werden.

Für die Umsetzung der Demenzstrategie finanzielle Mittel bereitstellen

14.Dezember 2015

Anlässlich der heute präsentierten Demenzstrategie des Bundes „Gut Leben mit Demenz“ plädiert Diakonie-Direktor Michael Chalupka „für eine umfassende Umsetzung der vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen. Dafür müssen auch entsprechende finanzielle Mittel eingesetzt werden. Denn Demenz ist eine soziale und gesellschaftliche Aufgabe, die uns alle (be)treffen kann – sei es als Angehöriger oder die eigene Betroffenheit. Wir müssen uns dieser Herausforderung auf allen Ebenen umfassend widmen, um für Menschen mit Demenz eine hohe Lebensqualität in dieser Lebensphase zu gewährleisten.“

So sieht auch die Demenzstrategie Maßnahmen auf allen Ebenen vor -  Unterstützungen für Menschen mit Demenz und deren An- und Zugehörige, Sensibilisierung und Aufklärung der allgemeinen Bevölkerung, sowie Informationen und demenzspezifische Qualifikation der Gesundheits- und Sozialberufe. Durch verbesserte Koordination auf regionaler Ebene sollen niederschwellige Zugänge zu Informationen und bedarfsorientierten Angeboten sichergestellt werden.

Hinsichtlich professioneller Pflege- und Betreuungsangebote betont Chalupka, dass „das Festhalten an traditionellen mobilen oder stationären Pflege- und Betreuungsformen angesichts der zukünftigen Entwicklungen zu kurz greift“. „Vielmehr werden neue und flexible Wohn- und Betreuungsformen benötigt, um auf die Bedarfe von Menschen mit Demenz zu reagieren, sowie deren soziale Integration zu fördern“, führt Chalupka weiter aus.

Bedarfsorientierte und gemeindenahe Angebote sind geeignet, die Inklusion von Menschen mit Demenz zu fördern und wirken Stigmatisierungen entgegen. Seien es Hausgemeinschaften, mobil unterstützte Wohnformen oder Tagesbetreuungsstätten – die Angebote müssen sich am Menschen orientieren und nicht umgekehrt. „Denn Menschen mit dementiellen Erkrankungen benötigen neben medizinischer Versorgung insbesondere soziale Dienstleistungsangebote, die ihnen Unterstützung und Orientierung in ihrer individuellen Lebenssituation bieten“, erklärt Michael Chalupka.

Auch die Bevölkerung muss entsprechend aufgeklärt werden, denn „Menschen mit Demenz dürfen nicht auf ihre Krankheit reduziert werden, sondern sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Es ist wichtig, ein öffentliches Bewusstsein dafür zu entwickeln, die individuellen Kompetenzen und Ressourcen dieser Menschen zu sehen. Dafür bedarf es einer stärkeren Wahrnehmung der Fähigkeiten und Kompetenzen von Menschen mit Demenz“, betont Chalupka abschließend.