Diakonie zum Welt-Frauentag: Familienpolitik ersetzt Frauenpolitik nicht!

Donnerstag, 8. März 2018
Chalupka: Halbe-halbe muss Grundsatz sein
Sigrid Denkmayr, Schulassistentin der Diakonie in Oberösterreich
Sigrid Denkmayr, eine von 530 Schul-Assistentinnen der Diakonie in Oberösterreich, bei ihrer Arbeit
„Familienpolitik kann Frauenpolitik nicht ersetzen,“ spricht sich Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit frauenpolitischen Themen auch über den Frauentag hinaus aus. „Nur mit Worten anzuerkennen, dass Frauen vor allem in der Hausarbeit und Kinderbetreuung mehr leisten als Männer, ist zu wenig. Es geht darum, die Lasten gleich zu verteilen. Als Mann bin ich davon überzeugt: Halbe-halbe muss Grundsatz in unserer Gesellschaft sein.“

Darüber hinaus ist klar: Betreuung für Kinder und alte Menschen außer Haus entlastet nicht nur Frauen, sondern auch Männer. „Alle profitieren von Kinderbetreuungseinrichtungen, mobilen Diensten in der Altenbetreuung und ganztägigen Schulformen. Deshalb ist ein Ausbau dringend geboten“, so Chalupka.

Professionelle Betreuung ermöglicht Vereinbarkeit von Beruf und Familie

80 % der 0-3jährigen Kinder werden in Österreich ausschließlich zu Hause betreut. Damit findet sich Österreich in der Europäischen Union unter den Schlusslichtern wieder, während in den nordischen Staaten nur 30 % der Kinder (in Dänemark) bzw. 50 % (in Schweden) keine Krippe besuchen.

Ähnlich ist es hierzulande bei der Altenbetreuung: 42 % der Pflegegeld-BezieherInnen - das entspricht 187.000 Personen – werden in Österreich ausschließlich von ihren Angehörigen zu Hause betreut.

Deshalb muss aus Sicht der Diakonie in soziale Dienste wie Pflege und Betreuung, aber auch in Ganztagsschulen und Kindergärten investiert werden.

„Vorrangig hilft das den Kindern und den älteren Menschen. Aber auch jene, die vorher die Betreuungsleistungen übernommen haben, - und das sind zumeist Frauen - profitieren von guten Betreuungsangeboten“, so Chalupka abschließend.