Diakonie unterstützt NGO Forderung nach einem Nationalen Aktionsplan Asyl

Mittwoch, 17. Juni 2015
Vertreter der großen österreichischen Hilfsorganisationen bei der Pressekonferenz zum Weltflüchtlingstag 2015
Amnesty International, Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz fordern einen Nationalen Aktionsplan Asyl

Die aktuelle Herausforderung im Asylwesen kann nicht mit den althergebrachten Maßnahmen bewältigt werden

„Mit den Maßnahmen, die die Asylpolitik für Österreich derzeit vorschlägt und umsetzt, ist deutlich, dass man immer nur bis zum nächsten Wochenende kommt. Es wird Zeit, dass parallel zu den Krisenmaßnahmen endlich strukturelle Veränderungen im Grundversorgungssystem eingeleitet werden, sonst bleiben wir in der Krise stecken und werden sie nicht lösen“, betont Diakonie Direktor Michael Chalupka.

„Wir haben heute erfahren, dass Kanzler und Vizekanzler sich nun der krisenhaften Situation annehmen wollen. Das ist gut, denn wir haben lange darauf gewartet, dass die Politik die Vorschläge der NGOs ernst nimmt und mit uns bespricht. Wir freuen uns schon, wenn wir die Einladung persönlich ausgesprochen bekommen“, so Chalupka.

Unter anderem haben die NGOs vorgeschlagen, dass alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge von der Jugendhilfe betreut werden müssen; dass die Tagsätze für die Flüchtlingsunterbringung angepasst werden müssen; und dass Menschen, die noch im Asylverfahren sind, die Möglichkeit haben sollen, bei Privatpersonen zu wohnen.

„In Niederösterreich ist es derzeit möglich, Menschen direkt aus dem Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen heraus und noch während ihres Asylverfahrens in privaten Wohnungen unterzubringen. Es wäre gut diese Möglichkeit in allen Bundesländern flächendeckend zu schaffen, denn dieses Modellprojekt aus Niederösterreich könnte bundesweit wesentlich zur Entlastung des Grundversorgungssystems beitragen“, betont Diakonie Direktor Michael Chalupka.

Außerdem sei dies eine wirksame Möglichkeit, die Flüchtlingen ihr Ankommen in Österreich wesentlich erleichtert, und eine Annäherung zwischen Flüchtlingen und der österreichischen Bevölkerung schafft. „Die Politik ist gefragt, denn sie sollte unbedingt die vielen positiven Signale aus der Bevölkerung ernst nehmen und unterstützen. Unsere Erfahrung ist, dass in vielen Gemeinden täglich Menschen auf Flüchtlinge zugehen, sie beim Lernen unterstützen oder bei sich wohnen lassen. Und darauf kommt es an“, so Diakonie Direktor Michael Chalupka.