Diakonie: Österreich attraktiver machen. Für alle, die hier leben

Mittwoch, 11. November 2015
Pressekonferenz zum Kampagnenstart "Hoffnung braucht ein Ja!
Hoffnungsträger und Hoffnungsträgerinnen der Diakonie

Für mehr Chancen und Möglichkeiten: Diakonie startet österreichweite Kampagne „Hoffnung braucht ein Ja“

„Wir sehen im Moment zwei Bewegungen in Österreich: Eine, die Österreich solidarischer macht und den Zusammenhalts stärkt. Wir sehen Menschen, die sich in bisher ungeahnten Maße freiwillig engagieren und die die österreichischen Werte zum Vorschein bringen. Und eine Bewegung, die Österreich zu attraktiv findet und damit unser Sozialsystem in Frage stellt“, sagt Diakonie Direktor Michael Chalupka bei der heutigen Kampagnenpräsentation der Diakonie.

Die Diakonie startet unter dem Motto „Hoffnung braucht ein Ja“ eine österreichweite Kampagne für mehr Chancen und Möglichkeiten. Mit 24 Vorschlägen (www.diakonie.at/hoffnung-braucht-ein-ja) fordert sie die Regierung auf, wieder zu handeln und an Lösungen zu arbeiten, „denn wir erleben derzeit eine Politik der Signale. Eine Politik, die nur mehr Signale setzt, ohne echte Lösungsvorschläge zu haben, schafft ein veritables Problem: Wenn gleichzeitig betont wird, ein Zaun ändere nichts an der Zahl der Flüchtenden, sei aber ein wichtiges Signal, oder ‚Asyl auf Zeit‘ eingeführt wird, als Signal der Abschreckung, obwohl die derzeitige Gesetzeslage bei Frieden in Syrien jederzeit denselben Effekt hätte, dann nimmt sich Politik als gestaltende und problemlösende Kraft nicht mehr ernst“, kritisiert Chalupka.

„Wir müssen uns von der Politik der Signale verabschieden.“

„Wir sehen, dass die Bestrebungen Österreich unattraktiv zu machen, nicht bei den Asylsuchenden Halt macht, sondern auch MindestsicherungsbezieherInnen, Menschen mit Behinderung oder Pflegebedürftige trifft“, sagt Chalupka. „Das zeigt, dass durch eine schleichende Demontage des sozialen Netzes und durch eine Spaltung der Gesellschaft Österreich für uns alle unattraktiver wird. Wir untergraben jene Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten und die die Zivilgesellschaft gerade so bravourös unter Beweis stellt: Solidarität, sozialen Ausgleich, Bedarfs- und Teilhabegerechtigkeit.“

Im Zuge der Kampagne „Hoffnung braucht ein Ja“ stellt die Diakonie auf der Webseite www.diakonie.at/hoffnung-braucht-ein-ja außerdem Menschen und Projekte vor, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln. „Wir erinnern die Regierung an die Zeiten, als sie sich selbst noch Lösungskompetenz zugetraut hat – an wichtige Punkte im Regierungsprogramm. In zahlreichen Abschnitten werden Investitionen in soziale Dienstleistungen angesprochen: Pflege, Kinder, Bildung können gerade jetzt als Motor von Beschäftigung und Konjunktur genützt werden“, fordert Chalupka. „Investieren wir in Menschen und stärken so unsere Gemeinschaft.“

 

 

Die Diakonie dankt der Agentur identum für die pro-bono-Unterstützung im Zuge der Kampagne.