Diakonie: Legale Fluchtwege nach Europa sind der einzige Weg, das Sterben im Mittelmeer zu beenden

Montag, 22. Juli 2019
Eine große Menge Schwimmwesten aufgetürmt
Mit dem Boot sind sie angekommen. Jetzt sitzen sie auf Chios fest.
Diakonie Direktorin Moser fordert humanitäre Korridore und Visa für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge
Eine große Menge Schwimmwesten aufgetürmt

„Ich hoffe, dass jetzt Bewegung nicht nur in die Debatte kommt, sondern dass tatsächlich legale Fluchtwege nach Europa eröffnet werden“, kommentiert Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser die Ankündigung eines Pakts für Migration und Asyl durch die künftige EU-Kommissarin Ursula von der Leyen. Die Diakonie unterstützt besonders den Vorschlag von der Leyens, humanitäre Korridore für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge zu eröffnen.

Lösung lag bereits vor Flüchtlingskrise 2015 auf dem Tisch

Die Idee sei nicht neu, sagt Moser. Die Diakonie sei bereits im Mai 2015, noch vor der Flüchtlingskrise, an die damalige Bundesregierung mit einem konkreten Modell herangetreten.

„Gemeinsam mit unseren evangelischen Partnerkirchen in Italien haben wir folgenden Vorschlag gemacht: Flüchtlingen soll ein Visum gewährt werden, sie könnten nach Gewährung dieses „humanitären Visums“ und der Reise nach Österreich hier einen Asylantrag stellen und ihr Verfahren abwarten. Italien hat diese humanitären Visa und Korridore umgesetzt, in Österreich ist es an der Regierung gescheitert.“

Konstruktive Lösungen von wahlwerbenden Parteien erwartet

Moser fordert nun den Innenminister der Übergangsregierung dazu auf, die rechtlichen Möglichkeiten für humanitäre Visa für und humanitäre Korridore nach Österreich erneut zu prüfen. „Von den wahlwerbenden Parteien erwarte ich mir, dass sie, anstatt Seenotrettung durch Hilfsorganisationen zu kriminalisieren, in ihren Wahlprogrammen Stellung nehmen und konstruktive Lösungen unterstützen“, so Moser.

Von den wahlwerbenden Parteien erwarte ich mir, dass sie, anstatt Seenotrettung durch Hilfsorganisationen zu kriminalisieren, in ihren Wahlprogrammen Stellung nehmen und konstruktive Lösungen unterstützen.
Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser

Legale Fluchtmöglichkeiten seien die einzige Möglichkeit, das Sterben im Mittelmeer zu beenden, erklärt die Diakonie-Direktorin. „Mit unserer Diakonie Katastrophenhilfe sind wir in den Nachbarländern Syriens präsent und unterstützen Flüchtlinge.

Unsere Partnerorganisationen vor Ort wissen aus ihrer konkreten Erfahrung, dass sich Menschen nicht in die Hände von Schleppern begeben, wenn sie auf Chancen hoffen können, auf legalem und sicherem Weg nach Europa zu kommen.“ Wenn die Politik keine legalen Fluchtmöglichkeiten schaffe, spiele sie den Schleppern in die Hände, so Moser abschließend.