Diakonie: Kein Kind soll von notwendigen gesundheitlichen Behandlungen ausgeschlossen sein

Mittwoch, 24. April 2019
Ambulanz AmberMed: Unverzichtbare Hilfe für Kinder, Frauen und Schwangere ohne Krankenversicherung.
Ambulanz AmberMed: Unverzichtbare Hilfe für Kinder, Frauen und Schwangere ohne Krankenversicherung.
Ambulanz AmberMed: Unverzichtbare Hilfe für Kinder, Frauen und Schwangere ohne Krankenversicherung.
Ambulanz AmberMed: Unverzichtbare Hilfe für Kinder, Frauen und Schwangere ohne Krankenversicherung.

Was es für Kinder, Frauen und Schwangere bedeutet, wenn sie nicht versichert sind, beschreibt die Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe bei AmberMed, Monika Matal so „Frauen, die ohne Versicherung in Österreich ein Kind bekommen, leben unter großer Existenzangst. Wenn unvorhergesehene Gesundheitsprobleme dazukommen, ist AmberMed oft die einzige Rettung“. Die Arbeit mit Unversicherten sei anders, als die Arbeit in einer herkömmlichen Ordination. Die Patienten leben unter großer Existenzangst und Überlebensstress. „Wir sorgen uns hier um die Säuglings- und Kindergesundheit“, erzählt Matal aus der Praxis, „und bieten Hilfe rund um die Schwangerschaft, wo es sonst keine Hilfe mehr gibt.“

Große Folgeprobleme, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird

„Kein Kind das hier lebt, soll von gesundheitlicher Behandlung ausgeschlossen sein. Keine Frau, die hier lebt, soll unter gesundheitlichen Gefahren ihr Kind zur Welt bringen müssen“, betont der Sozialexperte der Diakonie, Martin Schenk. Und wir wissen auch: „Wer früh hilft, hilft doppelt“, so Schenk.

Die Behandlungskosten einer kleinen Verletzung, einer Verbrennung am Finger, kann bei Nichtbehandlung um den Faktor 7,3 explodieren. Also mehr als siebenmal so hohe Kosten verursachen. Es kann zu großen Folgeproblemen kommen, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird – für das Gesundheitssystem und die gesellschaftlichen Kosten insgesamt, wie natürlich für die PatientInnen selbst.

AmberMed wichtig für Zugang, Versorgung und Vorbeugung

Ambulanzen, die Patienten ohne Versicherung betreuen, Menschen vor Leid bewahren und Folgekosten für die Gesellschaft verhindern, erfüllen wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl. Ambermed leistet wichtige Präventionsarbeit. „Wir bringen Betroffene wieder zurück ins Versicherungssystem, wir leisten konkrete Gesundheitsversorgung und Begleitung, wir verhindern böse Folgen von Krankheiten“, erkärt Carina Spak, Sozialarbeiterin und Leiterin von AmberMed.

Es waren im vergangenen Jahr 1024 Behandlungen bei Kindern, bei 1816 Frauen und 562 gynäkologische Behandlungen. All das leisten 90 ehrenamtliche ÄrztInnen, AssistentInnen und Helfer.

Schwangere Patientin mit Hepatitis B und D

Eine Frau erwartet ihr zweites Kind und kommt in der 13. Schwangerschaftswoche zu AmberMed. Da ihr Mann keine Arbeit findet, hat sie keinen Versicherungsanspruch. Die Patientin weiß, dass sie mit Hepatitis B infiziert ist, mehrere Wohnungswechsel führten jedoch zur Unterbrechung der medikamentösen Behandlung.

AmberMed führt die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen durch, veranlasst Blutuntersuchungen und vereinbart einen Termin bei einer Hepatologin. Bei der Blutuntersuchung wird festgestellt, dass die Patientin an einer sehr seltenen Hepatitis-D-Infektion leidet. Diese tritt nur mit Hepatitis-B-Infektionen auf.

AmberMed überweist die Eltern an das Eltern-Kind-Zentrum, damit das erstgeborene Kind kostenfrei gegen Hepatitis geimpft wird. Für die Mutter werden die dringend notwendigen Medikamente aufgestellt um sicherzustellen, dass das ungeborene Kind nicht infiziert werden kann. Außerdem wird ein kostengünstiger Geburtsplatz organisiert, damit die Medikamententherapie engmaschig betreut werden kann und es zu keiner Unterbrechung kommt. Die Frau wird zudem psycho-sozial betreut. Der Ehemann wird von AmberMed beraten und bei der Arbeitssuche unterstützt.

Rund 27.000 ohne Krankenversicherung

Laut einer aktuellen Studie[1] des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik & Sozialforschung und der Diakonie sind rund 27.000 Personen mit Stichtag in Österreich nicht krankenversichert. Da ist Frau K. in prekärer Beschäftigung, da ist Herr G. in einer schweren psychischen Krise, da sind Hilfesuchende wie Frau L., die ihren Mindestsicherungsanspruch aus Scham nicht einlösen, da ist Herr G., der hier unangemeldet am Bau arbeitet, da ist Frau M., die nach längerem Auslandsaufenthalt zurückkehrt

 

[1] Fuchs, Michael; Hollan, Katarina; Schenk, Martin (2018): Analyse der Nicht-Krankenversicherten Personen in Österreich.

Helfen Sie uns helfen!

Für die Behandlung einer PatientIn innerhalb von 6 Monaten muss AmberMed ca. € 89,00 aufwenden.

Mit einem Dauerauftrag von € 15,00 pro Monat helfen Sie einer Patientin oder ihrem Kind.

Spenden an: Diakonie Flüchtlingsdienst, Kennwort: AmberMed - IBAN: AT97 2011 1287 2204 5678

DANKE!