Diakonie eröffnet zwei Wohngemeinschaften für geflüchtete Jugendliche in Wien Meidling

Mittwoch, 20. April 2016
Jugendliche Bewohner machen Pantomime bei der Eröffnung des Haus Papapgeno ©Diakonie Flüchtlingsdienst
Der Beitrag der Jugendlichen Bewohner bei der Eröffnung der Wohngemeinschaften im Haus Papageno ©Diakonie Flüchtlingsdienst

Im „Haus Papageno“ werden Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf dem Weg zu Eigenständigkeit und Selbstverantwortung begleitet

Nach dem Umbau und einer Zeit intensiver Vorbereitung hat das „Haus Papageno“ des Diakonie Flüchtlingsdienstes am Montag, den 15.02.2016 in Wien Meidling seine Türen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geöffnet.

„Ich freue mich sehr, diese Wohngemeinschaften gemeinsam mit Stadträtin Sonja Wehsely und dem Direktor der Volksoper Wien Robert Meyer eröffnen zu dürfen, weil diese gute Zusammenarbeit den gelungenen Start für 30 Jugendliche gesichert hat“, sagte Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich bei der heutigen offiziellen Eröffnung.

"Es ist deshalb ein idealtypisches Projekt der Diakonie gemeinsam mit der Stadt Wien, weil es seine Verpflichtungen über die Maßen erfüllt hat. Es hält auch in Zeiten des politischen Gegenwinds daran fest, dass Menschen, und besonders Jugendliche, die vor Krieg und Terror geflohen sind, Hilfe und Unterstützung brauchen. Eine gute Betreuung hilft nicht nur der Jugend, sondern ist auch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Integration, und damit ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung der Stadt", betont Stadträtin Sonja Wehsely.

„Papageno ist ein lustiger, bunter und lebensbejahender Bursch, der auch angesichts schwerer Prüfungen den Spaß am Leben und somit das Menschliche nicht verliert. Er ist die Leitfigur der Einrichtung und zeigt so die Verbundenheit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksoper, die das Haus mit monatlichen Spenden unterstützen“, so Robert Meyer, Direktor der Volksoper Wien.

Betreuung der Burschen in zwei kleinen Einheiten

Seit zwei Monaten leben 30 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren in zwei Wohngruppen à 15 Personen im neuen Quartier der Diakonie. „Es sind zwei getrennte Wohngemeinschaften, in denen die Jugendlichen von jeweils einem Team von SozialpädagogInnen betreut werden. Je kleiner die Wohneinheit, desto intensivere Betreuung ist möglich“, betont Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.

 „Zu den Hauptaufgaben der anerkannten Einrichtung des Fonds Soziales Wien, zählt vor allem bei den jüngeren Burschen die pädagogische Arbeit. Es geht auch darum, ihnen die deutsche Sprache zu vermitteln, um schließlich einen Zugang zu Bildungseinrichtungen und zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, erklärt Nicolas Gampert von der Diakonie, der Leiter des Haus Papageno. „Bei den Jugendlichen, die bald 18 werden, geht es darum, einen Weg zur Eigenständigkeit und Selbstverantwortung zu finden. Dazu gehören unter anderem ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld und eine positive Einstellung zum Thema Arbeit“, so Gampert.

Um die Integration zu fördern, hat sich das BetreuerInnenteam um Schul- und Ausbildungsplätze sowie um Deutschkurse für die Jugendlichen bemüht. „Mittlerweile haben wir für alle 30 Burschen Plätze in Schulen oder Deutschkursen gefunden.“, so Gampert. Ebenso soll ein angemessenes Angebot an Freizeitaktivitäten zur Verfügung gestellt werden.

Prominente Unterstützung aus Kultur, Wirtschaft und Politik sichert gelungenen Start

Dank der wertvollen Unterstützung von KooperationspartnerInnen ist das Haus Papageno inzwischen gut ausgestattet. Hilfe bei der Einrichtung der Wohnräume erhielt der Diakonie Flüchtlingsdienst von der Initiative „Volksoper hilft“ und der Firma XXXLutz. Tatkräftige Unterstützung erhält das Haus Papageno von der Bäckerei Felber. Die Moore Stephens City Treuhand ermöglichte die Einrichtung eines Klassenzimmers für den Deutschunterricht in der Einrichtung.