Diakonie eröffnet Quartier für Jugendliche unbegleitete Asylwerber in Wien Meidling

Montag, 22. Februar 2016

Jugendliche Flüchtlinge auf dem Weg zur Eigenständigkeit und Selbstverantwortung begleiten

Nach einigen Monaten intensiver Vorbereitung hat das „Haus Papageno“ des Diakonie Flüchtlingsdienst am Montag, den 15.02.2016 in Wien Meidling seine Türen für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge geöffnet. Seit vergangener Woche ziehen die Burschen ein und bei Vollauslastung ab Ende Februar, werden 30 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren in zwei Wohngruppen à 15 Personen im neuen Quartier der Diakonie leben.

Das Haus Papageno besteht aus 2 getrennten Wohngemeinschaften, in denen jeweils 15 männliche Jugendliche von einem Team von SozialpädagogInnen betreut werden. Eine der sozialpädagogischen Betreuerinnen ist für die Verpflegung der Jugendlichen zuständig und kombiniert damit pädagogische Betreuung und gemeinsames Kochen.

„Aufgabe der anerkannten Einrichtung des Fonds Soziales Wien ist bei den jüngeren Burschen vor allem die pädagogische Arbeit. Es geht darum, ihnen die deutsche Sprache nahe zu bringen, um schließlich einen Zugang zu Bildungseinrichtungen oder zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, erklärt Nicolas Gampert, Einrichtungsleiter der Diakonie. „Bei den Jugendlichen, die bald 18 werden, geht es darum, einen Weg zur Eigenständigkeit und Selbstverantwortung zu finden. Dazu gehören unter anderem ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld und eine positive Einstellung zum Thema Arbeit“, so Gampert.

Um die Integration zu fördern, bemüht sich das BetreuerInnenteam um Schul- und Ausbildungsplätze sowie Deutschkurse für die Jugendlichen. Ebenso soll ein angemessenes Angebot an Freizeitaktivitäten (Sport etc.) zur Verfügung gestellt werden.

Kooperationspartner ermöglichen guten Start

Dank der wertvollen Unterstützung von KooperationspartnerInnen ist das Haus Papageno inzwischen gut ausgestattet. Hilfe bei der Einrichtung der Wohnräume bekommt der Diakonie Flüchtlingsdienst von der Initiative Volksoper hilft. Außerdem helfen die Bäckerei Felber, der Möbelriese Lutz, und die Moore Stephens City Treuhand dabei, dass u.a. sogar ein Klassenzimmer für den Deutschunterricht eingerichtet werden konnte.
Der Geschäftsführer von Moore Stephens City Treuhand, Mag. Michael Dessulemoustier-Bovekercke meint dazu: „Die Not der Flüchtlinge hat unsere gesamte Kanzlei in den letzten Monaten sehr beschäftigt und betroffen gemacht. Besonders beeindruckt haben uns die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge, die allein auf die Reise gehen, um hier in der Fremde neu zu beginnen. Wir sind sehr dankbar, dass der Flüchtlingsdienst der Diakonie uns die Idee des Hauses Papageno vorgestellt hat. Denn nun haben wir ein Projekt gefunden, das wir langfristig unterstützen möchten. Im ersten Schritt haben wir das Klassenzimmer des Hauses eingerichtet; denn Bildung ist ein wesentlicher Schlüssel für eine erfolgreiche Integration und Weiterentwicklung. Im zweiten Schritt werden wir auch Zeit mit den Jugendlichen verbringen, mit Ihnen Lernen, Kochen und Freizeit verbringen. Es ist gut für uns, den Blick zu weiten und offen für das Fremde zu sein. Daher bin ich sicher, dass nicht nur die Jugendlichen von unserem Engagement profitieren, sondern auch wir von den Jugendlichen“.