Chalupka als Diakonie-Direktor verabschiedet

Freitag, 22. Juni 2018
Der Dank für 24 Jahre im Amt stand im Mittelpunkt des Entpflichtungsgottesdienstes von Diakonie-Direktor Michael Chalupka
Der Dank für 24 Jahre im Amt stand im Mittelpunkt des Entpflichtungsgottesdienstes von Diakonie-Direktor Michael Chalupka
Nach 24 Jahren ist der Diakonie-Direktor Michael Chalupka, am Donnerstagabend aus seinem Leitungsamt entpflichtet worden. Am 1. September übernimmt das Amt Pfarrerin Maria Katharina Moser.
Nach 24 Jahren ist der Diakonie-Direktor Michael Chalupka, am Donnerstagabend aus seinem Leitungsamt entpflichtet worden. Am 1. September übernimmt das Amt Pfarrerin Maria Katharina Moser.
Mehrere Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter gaben dem scheidenden Diakoniechef Segensworte mit.

Wien (epdÖ) – Seit 24 Jahren steht er an der Spitze der Diakonie Österreich, um 1. September übergibt er an seine Nachfolgerin. In einem feierlichen Gottesdienst in der großen Gustav-Adolf-Kirche in Wien-Gumpendorf ist der langjährige Direktor der Diakonie Österrreich, Michael Chalupka, am Donnerstagabend, 21. Juni, aus seinem Leitungsamt entpflichtet worden. Der Abschied von Chalupka als Diakonie-Chef stand dabei ganz im Zeichen des Dankes. „Du hast der Diakonie Gesicht und Stimme gegeben in nicht immer nur sonnigen Zeiten, sondern auch, wenn Gegenwind spürbar war“, sagte Diakonie-Präsident Roland Siegrist und überreichte dem Diakoniedirektor das Kronenkreuz in Gold, die höchste Auszeichnung der evangelischen Hilfsorganisation. Chalupka habe „Solidarität mit Anstand und Menschlichkeit“ verkörpert, so Siegrist weiter, „immer den Fakten verpflichtet, Erkenntnis suchend und den Menschen zugetan“.

Bischof Michael Bünker, der Chalupka im Gottesdienst von seinem Leitungsamt entpflichtete, unterstrich die Verbindung von Diakonie und Kirche, die Chalupka gelebt habe. Als Diakoniedirektor habe er immer „genau hingeschaut“, um „das zu sehen, was andere nicht sehen, die Menschen zu sehen, die andere nicht sehen“, sagte der Bischof und dankte Chalupka für sein Engagement in der Diakonie, der Kirche und Ökumene und in der Zivilgesellschaft.

Der Dank für 24 Jahre im Amt stand im Mittelpunkt des Entpflichtungsgottesdienstes von Diakonie-Direktor Michael Chalupka
Der Dank für 24 Jahre im Amt stand im Mittelpunkt des Entpflichtungsgottesdienstes von Diakonie-Direktor Michael Chalupka
„Dort, wo einer dem anderen hilft, sein Kreuz zu tragen, ist Diakonie“, betonte Michael Chalupka in seiner Predigt. Das Kreuz könne sich die Diakonie dabei nicht nach politischer Opportunität oder gesellschaftlichen Befindlichkeiten aussuchen, der „Auftrag der Diakonie ist nicht verhandelbar“, er bleibe, auch wenn sich Stimmungen drehen. Diakonie habe keine Wahl, sie müsse dort stehen, wo Hilfe gebraucht werde, „bei den Menschen, die unter die Räder zu kommen drohen“. „Hinter jedem Nein, das ihr entgegenschlägt, sucht die Diakonie das Ja“, sagte Chalupka. „HoffnungsträgerInnen“ sind für ihn jene Menschen, für die die Diakonie arbeite ebenso wie  alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Auftrag der Diakonie ist nicht verhandelbar
Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich

Mehrere Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter gaben dem scheidenden Diakoniechef Segensworte mit, darunter der für den Bereich Diakonie zuständige Oberkirchenrat Karl Schiefermair, die Geschäftsführerin der Diakonie Burgenland, Sieglinde Pfänder, Prof. Andrea Klimt von der Baptistengemeinde oder der emeritierte römisch-katholische Bischof der Diözese Linz, Maximilian Aichern. Er erinnerte an Chalupkas Engagement in der Ökumene und in der Sozialpolitik und dankte für das „klare Wort“, den Diakoniedirektor habe er immer als „gläubig, menschenfreundlich und weltoffen“ erlebt.

Dem Entpflichtungsgottesdienst vorangegangen war auf Wunsch von Michael Chalupka ein Gespräch zwischen der Philosphin Isolde Charim und AMS-Vorstand Johannes Kopf, das der Sozialexperte der Diakonie, Martin Schenk, moderierte. Charim wies darin auf die massiven Veränderungen in einer pluralistischen Gesellschaft hin. Wenn die Mehrheit erlebe, dass sie durch die Vielfalt in Frage gestellt werde, werden gleichzeitig Minderheitenerfahrungen wie jene der Evangelischen wichtig. Denn Minderheiten hätten gelernt Identität zu leben, „wenn man nicht selber bestimmende Mehrheit ist“. Johannes Kopf warnte in dem Gespräch davor, dass eine evidenzbasierte Politik Taktik und Kalkül zum Opfer falle. Beim Thema Integration verwies Kopf auf jüngste Statistiken: So seien 32,4 % jener Menschen, die 2015 als Flüchtlinge nach Österreich kamen, in Beschäftigung, Deutschkurse seien auf diesem Hintergrund „gut investiertes Geld“. Die Dynamik und großen Veränderungen am Arbeitsmarkt führten trotz guter Konjunktur dennoch dazu, dass „immer mehr Menschen nicht mitkommen“.

Michael Chalupka hatte im Herbst des vergangenen Jahres bekanntgegeben, für eine fünfte Amtsperiode als Diakoniedirektor nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Auf Chalupka folgt mit Pfarrerin Maria Katharina Moser die erste Frau an der Spitze der Diakonie. Die neue Direktorin tritt das Leitungsamt am 1. September an.

Weitere Bilder vom Gottesdienst finden Sie auf foto.evang.at