Diakonie Sonntag 2020

Alle an einem Tisch! "Inklusive Kirche" ist das Thema des Diakonie-Sonntags 2020, der am 26. April gefeiert wird.

Evangelische Pfarrgemeinden sind Orte, die Gemeinschaft möglich machen. Im Gottesdienst und in der Gemeinde finden Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft einen gemeinsamen Ort, der auch allen Teilhabe und Mitbestimmungsmöglichkeiten bietet. Pfarrgemeinden tragen die Möglichkeiten zur Inklusion in sich.

Als Diakonie sind wir überzeugt:

 

Echte und gelebte Inklusion kommt allen zu Gute.

 


Inklusion verfolgt das Anliegen, unser Zusammenleben und unsere Gesellschaft so zu gestalten, dass alle Menschen einbezogen sind – gerade in ihrer Individualität und spezifischen Situation. Niemand soll ausgegrenzt werden, weil er/sie irgendwie „anders“ oder „fremd“ ist.

Inklusion verändert damit nicht nur die Lebenssituation von Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen oder ausgeschlossen sind, insbesondere von Menschen mit Behinderung. Inklusion verändert die gesamte Gesellschaft. Und damit auch die Kirche und ihre Diakonie und Pfarrgemeinden. Dem wollen wir beim Diakoniesonntag, der 2020 am 26. April gefeiert wird, Raum geben.

Materialpaket: Plakat, Predigtbausteine, Gottesdienstvorlage uvm.

Die Diakonie Österreich bietet jedes Jahr ein umfangreiches Materialpaket an, das ein Ankündigungsplakat, einen Gottesdienstvorschlag, einen Predigttext sowie einen ausgearbeiteten Lese-Gottesdienst für Lektoren beinhaltet. Alle Anregungen zur Gestaltung des Diakoniesonntags erhalten evangelische Pfarrgemeinden im Februar 2020 per Post.

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Hintergrundinfos: FAQs und Forderungen zu Inklusion

Was ist Inklusion?

Inklusion verfolgt das Anliegen, unser Zusammenleben und unsere Gesellschaft so zu gestalten, dass alle Menschen einbezogen sind – gerade in ihrer Individualität und spezifischen Situation. Niemand soll ausgegrenzt werden, weil er/sie irgendwie „anders“ oder „fremd“ ist. Neben diesem allgemeinen Verständnis von Inklusion steht der Begriff im Besonderen für einen grundlegenden Wandel im gesellschaftlichen Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Das Konzept fand nicht zuletzt Verbreitung durch die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung aus dem Jahr 2008.

Eckpfeiler von Inklusion sind

  • die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller und die Wertschätzschätzung von Verschiedenheit – Gleichheit meint also nicht, dass alle Menschen gleich sind (Englisch sameness), sondern dass sie gerade in ihrer Unterschiedlichkeit als gleichwertig anerkannt und mit gleichen Rechten ausgestattet sein sollen (Englisch equality)
  • Teilhabe und der dafür nötige Abbau von Barrieren
  • Achtung der Autonomie von Menschen mit Behinderung.

Was ist die UN Behindertenrechts-Konvention (UN-BRK)?

Die UN-BRK ist ein internationaler Vertrag, in dem sich die Staaten dazu verpflichten, die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten. In Österreich ist die UN-Behindertenrechtskonvention seit 2008 in Kraft. Sie muss bei der Gesetzgebung und der Vollziehung berücksichtigt werden.

Das heißt, dass jedes Land dafür sorgen muss, dass Menschen mit Behinderungen diese Rechte bekommen. Und, dass sie nicht schlechter als andere Menschen behandelt werden.

Es gibt die UN-BRK zum Nachlesen in zwei Version, eine davon in Leichter Lesen.

Was fordert die Diakonie?

Obwohl sich Österreich vor mehr als zehn Jahren zur Behindertenrechts-Konvention der Vereinten Nationen verpflichtet hat, ist es noch ein weiter Weg zur Umsetzung in allen Lebensbereichen. Mit '10 Punkten zur Inklusion' rückt die Diakonie 10 Forderungen in den Mittelpunkt, die Themen wie Partnerschaft & Sexualität, Gesundheit bis hin zu Arbeit und Bildung umfassen.

Als PDF herunterladen: PDF icon 10 Punkt zur Inklusion

01. Selbstbestimmung &Partizipation
Zusammenleben heißt, gemeinsam gestalten. Partizipation bedeutet mehr als nur dabei zu sein. Menschen mit Behinderungen müssen gefragt werden, und es müssen Möglichkeiten der Mitbestimmung geschaffen werden. Das Motto „Nichts über uns, nichts ohne uns“, fordert dies auch. Viel zu lange hat man Menschen mit Behinderungen nicht zugetraut, dass sie selbst über ihr Leben bestimmen können. Aber: Sie wissen selbst am besten, was wichtig für sie ist! Ziel ist es, dass alle Menschen ob mit oder ohne Behinderung auf Augenhöhe zusammenarbeiten und zusammenleben.

02. Wohnen
Alle Menschen sollten wählen können, wie sie leben und wohnen wollen. Ob in einer Wohngemeinschaft, alleine, in einem größeren Wohnprojekt, mit oder ohne Unterstützung – verschiedene Menschen wollen und brauchen verschiedene Wohnkonzepte. Leistbarer, barrierefreier Wohnraum darf kein Luxus sein. Selbstbestimmtes Leben ebenso wenig. Die eine Lösung für alle gibt es nicht!

03. Arbeiten
Zusammenleben heißt, zusammen arbeiten. Echtes Miteinander und gelebte Inklusion brauchen einen inklusiven Arbeitsmarkt. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten zusammen, sodass echte soziale Teilhabe möglich wird. Assistenz und Unterstützung in verschiedenen Formen helfen bei der Zusammenarbeit – z.B. in Form von Job Coaching oder Arbeitsassistenz.  Das Recht auf Arbeit ist auch in der UN- Behindertenrechts-konvention festgehalten. Ein offener, inklusiver und zugänglicher Arbeitsmarkt ist demnach durch die Vertragsstaaten zu gewährleisten, der Menschen mit Behinderung eine Wahl zur selbstbestimmten Lebensführung lässt.

04. Frauen mit Behinderung
Gutes Zusammenleben - für alle! Frauen mit Behinderung sind nochmals stärker von Diskriminierungen betroffen als Männer. Frauen mit Behinderung erfahren einen oft eingeschränkten Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und sind vermehrt mit Vorurteilen konfrontiert. Barrieren gibt es vor allem im Gesundheitssystem, die von baulichen Barrieren, fehlenden Einrichtungen bis hin zu Ignoranz und fehlendem Bewusstsein reichen. Themen wie Sexualität und Schwangerschaft von Frauen mit Behinderungen sind weitgehend gesellschaftlich tabuisiert; gleichzeitig sind Frauen mit Behinderung überdurchschnittlich oft Opfer (sexualisierter) Gewalt.

05. Freizeit
Zusammenleben heißt, gemeinsam Freizeit verbringen. Sport, Kultur, Kunst, Sprachen erlernen oder einfach nur die Seele baumeln lassen. Es gibt unzählige Formen, Freizeit zu verbringen – für alle? Jein. Voraussetzung ist die Wahl aus der Bandbreite an Möglichkei-ten und Vorlieben, es braucht zusätzlich zum Angebot selbst auch die Möglichkeit einer Assistenz, z.B. bei Kursprogram-men, sowie grundsätzlich barrierefreie Angebote.

06. Bildung
Zusammenleben heißt, zusammen lernen. Es ist an der Zeit für inklusive Bildung auf allen Ebenen – vom Kindergarten bis zur Uni. Dazu braucht es z.B. Schulzentren mit bedarfsorientierten und kreativen Konzepten, die individuelle Begleitung zulassen. Echte Diversität und Inklusion zu leben, heißt vieles gleichzeitig: eine gute Durchmischung der SchülerInnen mit verschiedenen Fähigkeiten und Potentialen, ausreichend Lehrkräfte und flexible Lehrpläne und Lernräume.

07. Partnerschaft & Sexualität
Zusammenleben heißt, zusammen sein. „Menschen mit Behinderungen haben das Recht auf Partnerschaft und Familie. Jeder Mensch mit Behinderungen darf einen Partner oder eine Partnerin haben, und jeder Mensch mit Behinderungen darf heiraten“ – so steht es in der UN-Behinderten-rechtskonvention (Art. 23). Ginge es nach der Konvention wären auch im Bereich Partnerschaft bereits alle Diskriminierungen abgeschafft. Demnach ist Österreich dazu verpflichtet, Maßnahmen zu etablieren, die die Diskriminierungen von Menschen mit Behinderung in allen Fragen, die Ehe, Familie, Elternschaft und Partnerschaft betreffen, zu beseitigen.

08. Gesundheit
Gut zusammenleben, auch bei Krankheit. Der Zugang zu einer qualitativen Gesundheitsversorgung ist zu gewährleisten, so die UN-Konvention für die Rechte von Men-schen mit Behinderung. Für Menschen mit Behinderung schließt das einen leistbaren Zugang zu Hilfsmitteln - vom Rollstuhl bis zur Augensteuerung, Heilbehelfen und sonstigen Assistierenden Technologien sowie flächendeckenden Therapien - mit ein. Gute medizinische Versorgung muss kompetent, leistbar, umfassend, barrierefrei zugänglich und flächendeckend sein.

09. Barrierefreiheit
Zusammenleben ohne Barrieren...denn: Ein Mensch ist nicht behindert, er wird behindert. Ganz nach diesem Leitgedanken geht es um eine Vielzahl an Barrieren, von den baulichen bis hin zu jenen im Kopf. Für eine echte Barrierefreiheit braucht es barrierefreie Mobilität, wo nötig Unterstützung in der Kommunikation, Gebärdenspra-che als Selbstverständlichkeit und nicht zuletzt einen barriere-freien Zugang zu Informationen; bauliche Barrierefreiheit sollte ohnehin gelebter Standard sein.

10. Finanzielle Absicherung
Jeder Mensch braucht finanzielle Absicherung. Erst dann kann man sich inmitten der Gesellschaft selbstbe-stimmt bewegen. Menschen mit Behinderung brauchen neue zeitgemäße Konzepte, die sich an ihren jeweiligen Lebensum-ständen und Wünschen orientieren. Die Einführung sogenannter „persönlicher Budgets“, die mehr Spielraum für Assistenzleistungen ermöglichen, ist eine Alter-native, „Sozialraumbudgets“ eine weitere. Sozialraumbudgets zielen darauf ab, dass Fördergelder so verteilt werden, dass Stadtteile, Bezirke, Nachbarschaften oder auch Träger näher zusammenwachsen und Angebote übergreifend und besser koordiniert gestalten.