Griechische Lager evakuieren!

Auf den griechischen Inseln spielt sich in den Flüchtlingslagern ein Menschenrechts-Skandal ab. Hunderte Menschen im Lager Kara Tepe frieren und hungern. Die Diakonie fordert die sofortige Evakuierung aller Lager in Griechenland.
Das neue Lager "Kara Tepe" auf Lesbos steht nach dem Regen unter Wasser (Bild: Doro Blancke)
Das neue Lager "Kara Tepe" auf Lesbos steht nach dem Regen unter Wasser (Bild: Doro Blancke)

Im neuen, provisorischen Flüchtlingslager Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos leben zurzeit 7.300 Menschen. Frauen, Männer, Kinder, Alte, Kranke. Sie wurden nach dem Brand des Lagers Moria Mitte September dorthin übersiedelt. Das Lager wurde nur als Übergangslösung nach dem Brand eingerichtet. Entsprechend ungeeignet sind die Zelte, in denen die Menschen hier leben müssen. Sie können Wind und Wetter in den Wintermonaten nicht ausreichend standhalten.

Die Kinder frieren, die Menschen sind unterkühlt und werden krank und täglich kränker. Es gibt bis jetzt keine ausreichende Essenversorgung, keine Duschen, die diese Bezeichnung verdienen. Die hygienischen Umstände sind untragbar, Mütter mit Babys sind verzweifelt.

Was sich derzeit in Griechenland vor unseren Augen und mit stillschweigender Duldung der anderen EU-Mitgliedsstaaten abspielt, sind schwere Menschenrechtsverletzungen.

Europäisches Recht, die Menschenrechte, unser aller Grund- und Freiheitsrechte, werden geopfert, um eine möglichst grausame Abschreckungspolitik gegen Flüchtlinge zu inszenieren. Menschen werden zum Spielball und zu Opfern europäischer Flüchtlingspolitik.

Die Evakuierung der Lager auf den griechischen Inseln kann keine Woche, keinen Tag mehr warten. Die Verantwortung liegt bei der EU und bei Österreich.

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Mach auf die Situation in Kara Tepe aufmerksam

Es sind über 1.000 Sommerzelte, die sich im Normalfall 6-7 Menschen, oft 2 Familien teilen. Dann gibt es auch noch ein paar Großzelte, in denen junge, allein reisende Menschen leben. Diese sind aber nicht mit Betten ausgestattet. Nein. In diesen Großzelten stehen viele kleine Igluzelte, in denen die jungen Menschen Schlafplätze finden. Der Boden ist wie Beton, hart und kalt.

Auch in Griechenland ist schon Winter. Durch den Wind ist es bereits empfindlich kalt und zwischen den Zelten, die so dicht aneinander stehen, dass man kaum durchkommt, sind Rinnen gegraben, damit bei Regen das Wasser abrinnen kann. Allerdings nimmt der Boden kaum Wasser auf, und die von den Menschen auf der Flucht selbst gegrabenen Rinnen helfen wenig. - Nach einem Tag Regen steht ein Großteil des Camps unter Wasser, und das bedeutet: Das wenige, das die Menschen besitzen, wird nass, es gibt kaum eine trockene Schlafgelegenheit. Kinder frieren, kranke Menschen sind unterkühlt und werden noch kränker.

Außerdem herrscht auch im Lager Lockdown: die Menschen dürfen das Camp nicht verlassen. Selbst die kleinen Besorgungen fallen weg. Nur NGOs, die eine Erlaubnis haben, dürfen ins Camp hinein, und versuchen, den Menschen zumindest eine warme Mahlzeit pro Tag zu geben. 

Teile unsere Augenzeugenberichte und Reportage aus Kara Tepe:

Die Hölle auf Lesbos (1.Teil) »

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