Integration: Zusammenleben ermöglichen

Eine Frau begleitet einen jungen Flüchtlinge im Alltag
Damit die Integration von Flüchtlingen gelingt, braucht es gute Begleitung von Behörden und engagierten freiwilligen HelferInnen. Foto: Nadja Meister
Wie gelingt die Integration von Flüchtlingen? Was sind hemmende Faktoren? Und warum braucht es das persönliche Engagement von vielen, um ein gutes Zusammenleben erst zu ermöglichen.

Österreich hat derzeit die Chance, über vieles, das in den letzten Jahren stark ideologisch aufgeladen war, neu und auf einer sachlichen Ebene nachzudenken. Auch darüber, wie Integration von Menschen auf der Flucht in Österreich so gut gelingen kann, dass Zugewanderte als Bereicherung für die Zukunft des Landes wahrgenommen werden und nicht mehr als Feindbilder. 

Aus Sicht der Diakonie braucht es zwei Dinge um Integration zu fördern:
 

  1. Ein Integrationskonzept für Österreich, das alle AkteurInnen einbindet: Bund, Länder und die Zivilgesellschaft – nur wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann es gelingen.
     
  2. Eine gute Begleitung während der Integrationsphase. Hierbei muss individuell auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der einzelnen Menschen eingegangen werden.

 

Wie Integration gelingt - eine Frage der passenden Angebote

In Österreich bestimmt seit vielen Jahren der Zwang die Integrationsdebatte. Wer nicht ausreichend oder schnell genug Deutsch lernt, soll sanktioniert werden. Ob die Sanktion zu besserer Integration führt, darf bezweifelt werden. Die Zwangs- und Sanktionskeule ist schnell zur Hand, während die entsprechenden Integrations-Angebote fehlen. Die Diakonie unterstützt und betreut seit Jahrzehnten Menschen auf der Flucht. Der Diakonie Flüchtlingsdienst hat z.B. mit dem Projekt „INTO“ bereits 1997 das aufgebaut, was Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung benötigen: individuelle Starthilfe in Form von professioneller sozialarbeiterischer Begleitung. 

Besonders in der Übergangszeit, nach der Schutz-Zuerkennung, braucht es eine umfassende Unterstützung. Dabei geht es nicht nur um die Hilfe bei der Wohnungssuche, sondern um die Erstellung eines individuellen Integrationsplans, um Hilfe beim Anmelden für Sprachkurse, bei Bewerbungstrainings, bei Behördengängen, wie man sich hier in Österreich im Alltagsleben zurechtfindet und natürlich auch um die Sozialbetreuung im Wohnbereich.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Integrationsangebote immer bereitwillig angenommen werden. Zuletzt war es oft so, dass das Angebot die Nachfrage nicht decken konnte. Wir sehen dabei aber auch, dass für Menschen, die Krieg und Verfolgung erlebt haben, Zwang und Druck äußerst kontraproduktiv wirken: Sie bekommen Angst, seelische Probleme wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen verstärken sich, und sie scheitern bei Prüfungen. Mit Geduld und Verständnis lassen sich immer noch die besten Erfolge erzielen.
Maria Katharina Moser, Direktorin Diakonie Österreich

"Integrations-Coaches": Wegbereiter für Spracherwerb, Ausbildung, Arbeitsmarkt

Die Diakonie schlägt ein Netz von Integrations-Coaches vor, das in Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Zivilgesellschaft in einem einheitlichen System für ganz Österreich organisiert werden soll. Flüchtlinge sollen von Integrations-Coaches begleitet und in die für sie passenden Integrationsangebote vermittelt werden. Zentral wäre hierbei eine gute Kooperation mit der Wirtschaft, damit Arbeitserfahrungen unter realen Bedingungen erprobt werden können. 

 

Wie geht es geflüchteten Menschen in Österreich?

Hussam (Name geändert) lebt in einer kleinen Gemeinde im Salzburger Land. Er sehnt sich nach Integration. Aber mit anderen EinwohnerInnen ins Gespräch zu kommen, ist am Land nicht immer einfach, erzählt er.  

Umso wichtiger ist es, dass wir aufeinander zugehen, dass es Integrations-Angebote wie jene der Diakonie gibt. Und dass sich viele Menschen engagieren.

"Ich liebe Österreich. Österreich ist mein zweites Land", sagt Anna (Name geändert). Sie hat hier zwei Kinder zur Welt gebracht. Vor mehr als vier Jahren ist sie aus dem Irak geflüchtet. Nun wartet sie auf ihren Asylbescheid. Wie für viele andere geflüchtete Menschen bedeutet das Stress und drohende Isolation - umso wichtiger ist es, dass wir einander helfen!

 

Integration braucht das Engagement vieler freiwilliger HelferInnen

  • Bildungsangebote im Bildungszentrum Nobilegasse © Nadja Meister/Diakonie Flüchtlingsdienst
  • Wir gehen auf indiviudelle Lernbedürfnisse der TeilnehmerInnen ein © Nadja Meister | Diakonie Flüchtlingsdienst
  • Eine ältere Frau macht Lernbetreuung mit jungen Flüchtlingen
  • AUFSCHWUNG unterstützt geflüchtete Menschen bei der Jobsuche © Nadja Meister | Diakonie Flüchtlingsdienst
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