Wie glauben Menschen mit Demenz? Eine theologisch inspirierte Suche.

9. Oktober 2017
Eine alte Frau sitz im Rollstuhl, neben ihr eine junge Betreuerin (Foto: Göltl)
Das Institut für öffentliche Theologie und Ethik der Diakonie ist Mitveranstalterin eines Workshops „Wie glauben Menschen mit Demenz“ am 9.10. im Kardinal-König-Haus in Wien - wir laden dazu herzlich ein

Wer sich im Internet auf die Suche nach dem Begriffspaar „Demenz & Glaube“ macht, stößt vor allem auf Angebote: Wie können wir Menschen mit Demenz auch spirituell begleiten? Welche Formen von Gottesdiensten, Gebeten, Gesprächen brauchen sie? Auch die „Vorteile“ der Spiritualität werden benannt, etwa Halt und Geborgenheit. Aber Glaube ist doch sicherlich mehr als eine Dimension der Betreuung, ein liturgisches Angebot, ein liturgisches Angebot, eine Form der Biografiearbeit.

In diesem Seminar machen sich zwei Theologinnen mit Ihnen auf die Suche, wie wir Glauben verstehen und damit auch leben:  Als reflektiertes, verstandes-bedürftiges oder als vor-gedankliches Geschehen. Gemeinsam erkunden wir unsere eigenen Konzepte von „Glauben“ anhand von Texten und fundamentaltheologischen Impulsen. Wir spüren in Diskussionsphasen der Frage nach, welche Definition des Glaubensgeschehens weit genug ist, um Menschen mit Demenz als ebenbürtig Glaubenden zu begegnen, statt – überspitzt formuliert – als Objekten der spirituellen Dienstleistung.

Der zweite Teil des Seminars widmet sich den Fragen, die das Leben in Gestalt der Demenz an uns stellt.

  • Welche Fragen werfen sich im gemeinsamen Vollzug, in der Begegnung auf, die uns verunsichern, erschüttern, aber auch lernen lassen?
  • Welche Glaubensfragen stellen sich im begleitenden Alltag - und wie gehen wir damit um?

Im Dialog und anhand von Praxisbeispielen aller Teilnehmenden wollen wir unsere Sensibilität schärfen, neue Perspektiven entdecken und vielleicht auch neuen Mut schöpfen für unvollkommene Versuche.

Zielgruppen

Personen aus der Seelsorge, Personen in der Begleitung von Menschen mit Demenz (haupt- und ehrenamtlich oder familiär/nachbarschaftlich)

Voraussetzungen

Bereitschaft zu Selbstreflexion. Theologisches Fachwissen wird nicht vorausgesetzt.

Referierende

  • Dr.in Veronika Prüller-Jagenteufel, Leiterin des Pastoralamts der Erzdiözese Wien. Davor in der Seelsorge mit Demenzkranken bei der CS Caritas Socialis.
  • Dr.in Maria Katharina Moser, Evangelische Pfarrerin und wissenschaftliche Referentin am Institut für öffentliche Theologie und Ethik der Diakonie (IöThE)

Moderation

Dr. Franz Josef Zessner, Seelsorger Caritas Socialis

Teilnahmebeitrag

130€, inkl. Verpflegung

Anmeldung erforderlich
Veranstaltungsnummer: 21933