Zugang zur Arbeit für Menschen mit Behinderung möglich machen

Donnerstag, 30. November 2017
Das Diakoniewerk Gallneukirchen unterstützt die Postkartenaktion für ein Recht auf Unterstützte Kommunikation
Postkartenaktion für ein Recht auf Unterstützte Kommunikation (Foto: Diakoniewerk)
Diakonie: Technologien können Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen. Bürokratische Hürden müssen abgebaut werden
Lukas sitzt vor seinem Computer, den er mit den Augen bedient

Arbeiten zu können ist für Menschen mit Behinderung neben weiteren Faktoren sehr wichtig, um Selbstbestimmung zu leben. Lukas B. ist für uns ein gutes Beispiel dafür, dass Technologie Möglichkeiten schafft, die sonst nicht da wären:

Lukas B. hat seit acht Jahren eine 20-Wochenstunden-Anstellung als NÖ Landesbediensteter. „Diese Form der regulären Beschäftigung wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen“, betont die Diakonie. Wie das geht? Mit Hilfe assistierender Technologien – in seinem Fall einer sogenannten Augensteuerung – kann Lukas B. mit den Augen die einzelnen Buchstaben auf der Tastatur fixieren, und „schreibt“ damit mit seinen Augen so schnell, wie andere Menschen mit den Fingern auf der Tastatur.

Lukas´ Geschichte zeigt, welche Möglichkeiten Technologien erschließen könnten

Lukas B. ist 24 Jahre alt und arbeitet im Landesklinikum Gmünd im Bereich der ambulanten Patientenadministration. Lukas ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Mit einer herkömmlichen Computermaus kann Lukas seinen Computer nicht bedienen, weil seine Feinmotorik nicht ausreicht.

„Lukas ist für uns einer der vielen Betroffenen, die zeigen, welche – vormals ungeahnten – Möglichkeiten Technologie im Alltag für Menschen mit Kommunikationsschwierigkeiten bietet“, betont Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.

Finanzierung von Kommunikationsgeräten gleicht noch immer einem bürokratischen Hürdenlauf

Damit Technologien im Berufsalltag gut und hilfreich eingesetzt werden können, ist es wichtig, sich schon früh daran zu gewöhnen. Was bei Sehbehinderungen schon gängig ist, muss sich in sonstigen Bereichen erst durchsetzen. „Um die Gewöhnung zu ermöglichen und verschiedene Unterstützungstechnologien auch nutzen zu können, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen“, so Chalupka. In Österreich leben mehr als 63.000 Personen mit Beeinträchtigungen beim Sprechen. „Sprachlos sind diese Menschen jedoch nicht. Sie werden aber sprachlos gemacht, weil die Finanzierung von Kommunikationsgeräten einem bürokratischen Hürdenlauf durch verschiedene öffentliche Stellen entspricht, der extrem schwierig zu organisieren ist“, kritisiert Diakonie Direktor Michael Chalupka.

Stromanbieter VERBUND springt ein und hilft

Seit 2009 unterstützt der Stromanbieter VERBUND unter dem Motto „Strom zum Leben“ gemeinsam mit Diakonie und LIFEtool in einer langfristig angelegten Sozialinitiative Menschen mit Behinderung, die auf assistierende Technologien angewiesen sind. „Durch Einsatz modernster Technologien wird es möglich, dass diese Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen“, erklärt Michael Chalupka, dem diese Kooperation für den guten Zweck ein wichtiges Anliegen ist.

VERBUND und Diakonie treten deshalb auch gemeinsam auf, um einen Rechtsanspruch auf technische Hilfsmittel und die Finanzierung für assistierende Technologien zu fordern. Bis sich die Politik diesem Missstand angenommen hat, schließt der VERBUND-Empowerment Fund der Diakonie diese Finanzierungslücke, und hilft Menschen mit Behinderungen bei der Anschaffung von kommunikationsunterstützenden Geräten.

Betroffene finden in den LIFEtool Beratungsstellen kostenfreie Beratung, wenn sie Unterstützung in der Kommunikation benötigen (www.lifetool.at).

Die ganze Geschichte von Lukas können Sie hier lesen