Weltgesundheitstag: Wer früh hilft, hilft doppelt

Freitag, 7. April 2017
Kleine Kinder spielen, ihre Mütter schauen zu und greifen nicht ein
Beim Mum&Baby Treff haben Mütter die Möglichkeit, die Fragen zu stellen, die ihnen unter den Nägeln brennen (Foto: Diakonie Zentrum Spattstraße/Herbert Schimbäck)
Kleine Kinder spielen, ihre Mütter schauen zu und greifen nicht ein

„Die ersten Jahre sind besonders wichtig für die Entwicklung des Kindes“, weist die Diakonie am heutigen Weltgesundheitstag auf die Bedeutung „Früher Hilfen“ für die Kindergesundheit hin. „Ziel dabei ist es, Eltern so früh wie möglich umfassend bei der Aufgabe zu unterstützen, ihre Kinder gut und verlässlich zu versorgen, und eine sichere wie liebevolle Bindung zu ihnen aufzubauen“, so Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk. „Eine sichere Bindung zwischen Eltern und Kind legt den Grundstein für ein gutes Aufwachsen“, so Schenk, selbst Psychologe. „Der Mensch wird am Du zum Ich. Wir brauchen – gerade am Anfang - den anderen, um zu uns selbst zu kommen.“ Die Betreuung rund um die Geburt und die ersten Jahre müssen weiter ausgebaut werden, besonders für Familien mit weniger Einkommen ist eine gute Begleitung oft nicht leistbar.

„Zukunftsgeld“

Investitionen in dieser frühen Phase des Kindes zahlen sich aus. Für das Kind, für die Mutter und den Vater. Und auch insgesamt für die Gesellschaft. Investitionen im frühkindlichen Bereich haben den höchsten pay off, das höchste return on investment. Nie wieder wird man Zukunftsgeld so sinnvoll einsetzen können wie zu diesem Zeitpunkt.  Ein investierter Dollar entspricht einer Rendite von 8 Dollar, bei benachteiligten Kindern beträgt sie sogar 16 Dollar, also eine Hebelwirkung, ein Multiplikatoreffekt von 1 zu 16 (Nobelpreisträger James Heckmann).

Neugier und Weltzugewandtheit

Schenk weist darauf hin, dass es hier „nicht um kognitive Wissensförderung geht, sondern um „das Wachhalten des Interesses an der Welt“. Der Unterschied bei den Kindern war „die Neugier, die Weltzugewandtheit, die Offenheit für Neues“. Frühe Hilfen “fördern die Sicherheit, die Welt nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung erfahren zu können“. Damit das Konzept der frühen Hilfen wirkt, sind die Eltern einzubeziehen und die Fördermaßnahmen durch hochqualifiziertes Personal durchzuführen.

Gut begleitet von Anfang an – Frühe Hilfen

Die Geburt eines Kindes ist für frischgebackenen Eltern nicht nur ein berührendes Erlebnis, sondern kann in manchen Fällen zur Belastung werden. Um mögliche psychische Erkrankungen der Kinder frühzeitig abzufedern, zu vermindern und die Mutter-Kind-Bindung zu stärken, bietet das Diakonie Zentrum Spattstraße im Auftrag der OÖGKK und des Landes OÖ Unterstützungsleistungen im Rahmen von Frühe-Hilfen-Netzwerken an. „Gut begleitet von Anfang an!“ ist speziell für Schwangere, Eltern und Familien in besonderen Lebenssituationen da:

  • Unsicherheiten im Umgang mit dem Kind oder Überforderung
  • Psychosoziale Belastungen wie fehlendes soziales Netz, existenzielle Sorgen etc
  • Psychische Erkrankungen wie Ängste oder Depressionen
  • Kinder mit Entwicklungsrisiken
  • Sehr frühe oder sehr späte Schwangerschaft
  • Beziehungskonflikte und Gewalterfahrungen