Missachtung des humanitären Völkerrechts in Syrien erreicht neue Dimension

Montag, 13. März 2017
Sechs Jahre Kireg in Syrien und kein Ende der Gewalt in Sicht.
Sechs Jahre Kireg in Syrien und kein Ende der Gewalt in Sicht. ©DCA/ACT
Sechs Jahre Krieg in Syrien – Diakonie hilft mit Trinkwasser, Medikamenten und psychosozialer Begleitung.
„Wir sind erschüttert über die völlige Missachtung des humanitären Völkerrechts in Syrien – und zwar bei allen am Konflikt beteiligten Parteien. Es wird teilweise nicht einmal mehr versucht, die Zivilbevölkerung oder Einrichtungen wie Krankenhäuser zu schützen. Das hat eine neue, bislang ungekannte Dimension“
Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich

Am 15. März jährt sich der Beginn des bewaffneten Konflikts in Syrien zum sechsten Mal. Im vergangenen Jahr ist die Situation in Syrien noch unüberschaubarer und gewalttätiger geworden. Seit 2011 sind infolge der Kampfhandlungen fast eine halbe Million Menschen ums Leben gekommen. Laut den Vereinten Nationen sind fünf Millionen Menschen aus dem Land geflohen und weitere 6,3 Millionen im eigenen Land auf der Flucht. Derzeit sind etwa 13,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, fast die Hälfte sind Kinder.

Neben den Kampfhandlungen und der Belagerung von aktuell 13 syrischen Städten haben auch nicht eingehaltene Waffenruhen und gestoppte Hilfskonvois die humanitäre Notlage in den vergangenen Monaten weiter verschärft. Nur ein Teil der benötigten Hilfe kommt bei den Menschen an. Der Zugang zu humanitärer Hilfe ist stark eingeschränkt und in zahlreichen Regionen nicht möglich. „Diese Situation ist für uns als humanitäre Organisation unerträglich. Humanitäre Helfer können in Syrien nicht all den Menschen helfen, den geholfen werden muss“, betont Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe.

Hilfe auf syrischem Boden

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist über ihre lokale Partnerorganisation in Syrien aktiv. Der erfahrene Partner arbeitet seit vielen Jahren in unterschiedlichen Teilen des Bürgerkriegslands und ist als neutrale Institution anerkannt, sodass es ihm trotz des schwierigen Zugangs gelingt, auch in Situationen Hilfe zu leisten, wo dies sonst kaum möglich wäre. Die Diakonie-Partner unterstützen die Menschen unter anderem mit Trinkwasser, lebensnotwendigen Medikamenten, Aus- und Weiterbildungsangeboten und psychosozialer Begleitung, um vor allem Kindern dabei zu helfen, die schweren Kriegstraumata zu verarbeiten.

Perspektiven für Flüchtlinge schaffen

Neben dem Bürgerkriegsland Syrien ist die Diakonie Katastrophenhilfe auch in den angrenzenden Staaten Libanon, Jordanien und Irak im Hilfseinsatz. „Viele der Menschen sind seit Jahren auf der Flucht. Ihre Hoffnung wieder bald in die Heimat zurückzukehren ist längst der bitteren Realität gewichen. Sie brauchen neue Perspektiven und Unterstützung beim Neuanfang auch fern ihrer Heimat“, betont Lassmann. Mit Berufsausbildungen und der Unterstützung von Kleinunternehmen wird so etwa im Nordirak ein Grundstein für ein neues Leben gelegt.

Die Nothilfe ist für die Menschen in Syrien und in den angrenzenden Nachbarstaaten überlebenswichtig

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333
BIC: GIBAATWWXXX

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