Kinderflüchtlinge endlich kindgerecht behandeln

Freitag, 18. November 2016
Schulplätze für Flüchtlingskinder in den Schulen der Diakonie Bildung
Schulplätze für Flüchtlingskinder in den Schulen der Diakonie Bildung
Diakonie zum Internationalen Tag der Kinderrechte: radikale Reform der Unterbringung und Betreuung notwendig

„Flüchtlingskinder sind nicht nur Flüchtlinge, sondern vor allem Kinder“, betont Christoph Riedl, Asylexperte der Diakonie Österreich anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte. „Deshalb fordert die Diakonie seit Jahren die sofortige Übernahme sämtlicher Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlinge (UMF) in die Verantwortung der Kinder- und Jugendhilfe der Bundesländer. Und zwar zu den gleichen Unterbringungsstandards wie für österreichische Kinder“, betont Riedl.

Kinder brauchen neben einem Dach über dem Kopf, und einem Essen auf dem Tisch auch Beziehung und Bildung. Da die Grundversorgung alleine das nicht abdeckt, ist es dringend nötig, dass sich die Kinder- und Jugendhilfe jetzt nicht mehr aus der Verantwortung stiehlt
so die Diakonie.
Rechtsgutachten stellt Notwendigkeit einer Reform außer Frage

Ein Rechtsgutachten stellt jetzt klar, dass jedes unbegleitete Flüchtlingskind einen Anspruch auf die gleiche Versorgung Betreuung und Ausbildung hat wie ein österreichisches Kind, das ohne Eltern aufwachsen muss. Die beiden Rechtsprofessoren Karl Weber und Michael Ganner der Uni Innsbruck haben jetzt klargestellt, dass die derzeitige Unterbringung und Versorgung nicht ausreichend, und damit rechtswidrig ist. 

Damit wurde endlich Klarheit geschaffen, dass ab dem ersten Tag des Aufenthaltes in Österreich die Verantwortung für das Kindeswohl bei den Jugendbehörden liegt. „Kind ist gleich Kind, unabhängig von der Nationalität“, so das Gutachten, das im Auftrag von SOS Kinderdorf erstellt wurde.

Finanzierung, Aufsicht, Kontrolle der Auflagen müsste demnach bei der Kinder- und Jugendhilfe liegen. „Damit ist das System der Grundversorgung zumindest in der bis jetzt umgesetzten Form für Jugendliche nicht tauglich“, so Christoph Riedl, Diakonie Österreich.

Die Diakonie unterstützt die Forderungen der Kampagne: http://www.keinehalbenkinder.at/