Diakonie startet neues Hilfsprogramm für Syrien-Flüchtlinge in Jordanien

Mittwoch, 5. Juli 2017
ein Mädchen beim Lernen mit ihrer Lehrerin
Der Zugang zur Bildung für Kinder auf der Flucht ist ein brennendes Thema. In Jordanien können wir jetzt helfen (Foto: pixabay)
Menschen mit Behinderung, die auf der Flucht in Jordanien gelandet sind, bekommen Zugang zu Bildung.
ein Mädchen beim Lernen mit ihrer Lehrerin
Der Zugang zur Bildung für Kinder auf der Flucht ist ein brennendes Thema. In Jordanien können wir jetzt helfen (Foto: pixabay)
Mit Anfang Juli 2017 waren offiziell 661.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien registriert. Die Mehrheit von ihnen lebt außerhalb der beiden großen Flüchtlingscamps, Za´atri und Azraq, und kommt in Gastgemeinden unter. Aus einer Studie von UNHCR wissen wir, dass in knapp einem Drittel der syrischen Flüchtlingshaushalte in Jordanien mindestens ein Mensch mit Behinderung lebt.

„Kindern mit Behinderung bleibt aufgrund der schwierigen Bedingungen in Jordanien jedoch fast durchgängig der Schulbesuch verwehrt, Erwachsene mit Behinderung haben kaum Zugang zu Erwerbsarbeit“, betont Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Bis jetzt war es zumeist auch so, dass Menschen mit Behinderungen auch in Humanitären oder Entwicklungsprojekten selten als Begünstige berücksichtigt wurden,“ so Lassmann.

„Das ist glücklicherweise jetzt anders“, freut sich die Diakonie, denn mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) startet die Diakonie mit Juli 2017 ein zweijähriges Hilfsprogramm, das Kindern und Erwachsenen mit Behinderungen aus der syrischen Flüchtlingsgemeinschaft und der jordanischen Gastgemeinden einen Zugang zu Bildung ermöglicht. „Wir freuen uns sehr, dass es die Mittel der OEZA der Diakonie Katastrophenhilfe ermöglichen, das Hilfsprogramm umzusetzen“, unterstreicht auch Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.

„Uns ist es ein besonderes Anliegen, dass Menschen mit Behinderung gerade in einer Krisensituation wie sie in den Nachbarländern zu Syrien herrscht, nicht in Vergessenheit geraten. Mit Hilfe unserer lokalen Partner unterstützen wir sie dabei, dass sie ihre Potenziale einsetzen können. So können sie einen wichtigen Beitrag in der lokalen Gemeinschaft leisten und werden sichtbar“, betont Dagmar Lassmann.

Insgesamt wird das Projekt 6.250 Menschen erreichen, darunter 750 junge und erwachsene Menschen mit Behinderungen in Jordanien, die einen Zugang zu Schule und Ausbildung für eine spätere Erwerbstätigkeit erhalten. Zusätzlich wird es für ihre Familien, Schulen und Arbeitsstätten Trainings geben, damit die Inklusion in die jordanische Gesellschaft besser gelingt.