Diakonie-Sonntag 2017

Die Diakonie wendet sich Menschen in verschiedenen, schwierigen Lebenssituationen zu und begegnet dem einzelnen als Person mit Namen, Geschichte, Bedürfnissen und Fähigkeiten. Weil Menschen mehr, viel mehr sind als ihre sozialen Probleme.

Es gehört zum Umgang unserer Gesellschaft mit sozialen Problemen, dass in den Menschen, die von diesen Problemen betroffen sind, nur das Problem gesehen wird: in den Armen hierzulande nur die Sozialhilfeempfänger, in den SlumbewohnerInnen in Afrika nur Armut, Gewalt und AIDS, in Menschen mit Demenz nur die Krankheit, in Obdachlosen nur die gescheiterten Alkoholiker, in Asylwerbern nur die Kriegsopfer oder Wirtschaftsflüchtlinge.

Das soziale Problem wird zu einer Art Dämon. Es ist, als hätte eine lebensfeindliche Macht von den Betroffenen Besitz ergriffen. Sie werden reduziert auf ihr Problem. Sie werden identifiziert mit ihrem Problem. Das Problem wird zu ihrer Identität. Es ist, als ob das Problem sich ihrer bemächtigen würde, und sie erleben sich als hoffnungslos fremdbestimmt und ohnmächtig.

Menschen sind mehr als ihre sozialen Probleme!

Aber Menschen mit sozialen Problemen sind mehr und etwas anderes als ihr Problem. Sie haben Wünsche und Träume, sie denken und handeln, sie ringen mit den Umständen, unter denen sie leben, sie leiden, machen Fehler, erleben Schönes, freuen sich. Wie jeder Mensch. Menschen mit sozialen Problemen sind, wie jeder Mensch, einmalige Personen mit Würde.

Niemand ist ein „Sozialfall“, niemand ist nur ein Mindestsicherungsbezieher oder Flüchtling. Menschen sind mehr, viel mehr als ihre sozialen Probleme.
Diakonie-Direktor Michael Chalupka

Die Diakonie sieht in ihren Klienten und Klientinnen die Person, ihre Einmaligkeit, ihre Würde. Diakonie ist nicht Problembehandlung, sondern ein Beziehungsgeschehen. Diakonie wendet sich der Person in ihrer Einmaligkeit zu. Diakonie sagt: Auch wenn dein Problem existenziell und sehr groß ist – Du bist mehr. Du bist mehr als dein soziales Problem. Du bist eine einmalige Person.  Und du bist nicht allein. Du gehörst dazu.

„Heilung des besessenen Knaben“ in Mk 9,14-27

Diakonie unterstützt Menschen, die sich aufgrund ihrer sozialen Lage als fremdbestimmt und ausgeschlossen erfahren, darin, wieder Subjekte ihres eigenen Lebens und der Gesellschaft zu werden. Sie folgt dabei dem Beispiel Jesu, der genau das getan hat. Wie genau, davon erzählt die Perikope von der „Heilung des besessenen Knaben“ in Mk 9,14-27.

20 Und sie brachten ihn [= den Knaben] zu ihm [= Jesus]. Und sogleich, als ihn [= Jesus] der Geist sah, riss er ihn [= den Knaben] hin und her. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum vor dem Mund. 21 Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist's, dass ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf. 22 Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! 23 Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. 24 Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! 25 Als nun Jesus sah, dass die Menge zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein! 26 Da schrie er und riss ihn heftig hin und her und fuhr aus. Und er lag da wie tot, sodass alle sagten: Er ist tot. 27 Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. (Mk 9, 14-27, Übersetzung: Luther-Bibel 2017)

JA-Sticker für den Diakonie-Sonntag 2017
Hoffnung braucht ein Ja!

Diakonie wendet sich nicht den Armen, den Flüchtlingen, den Dementen, den Pflegebedürftigen zu – Diakonie wendet sich Menschen in verschiedenen, schwierigen Lebenssituationen zu und begegnet dem einzelnen als Person mit Namen, Geschichte, Bedürfnissen und Fähigkeiten. Weil Menschen mehr, viel mehr sind als ihre sozialen Probleme.

Diakonie ist getragen vom Bewusstsein: Alle brauchen Hilfe, jeder ist bedürftig. Aber auch: Jeder hat etwas zu geben! Die Diakonie ist Hoffnungsträgerin für ihre KlientInnen. Und die KlientInnen der Diakonie sind HoffnungsträgerInnen für andere. Denn sie sind mehr, viel mehr als ihre sozialen Probleme.

Am 30. April ist Diakonie-Sonntag!

Die Diakonie und die Evangelischen Kirchen haben 2013 erstmals den „Diakonie-Sonntag“ ins Leben gerufen. Seither wird der Diakonie-Sonntag österreichweit jedes Jahr im Frühjahr gefeiert. Dieses Jahr fällt das Datum des Diakonie-Sonntags auf den 30. April 2017. 

Ziel des Diakonie-Sonntages ist es, neue Impulse zu liefern und diakonisches Handeln sichtbar zu machen. Von der Suche eines geeigneten Themas bis zum Feiern des Gottesdienstes: Hier finden Sie alle Materialien rund um den Diakonie-Sonntag.

Diakonie-Sonntag gestalten: Predigtvorschlag, Plakate, Hintergrundinfos

Plakate (Format A3) und Sticker (Format 55x55mm) können Sie kostenlos bestellen. Bitte schicken Sie uns die gewünschte Stückzahl und Ihre Lieferadresse: