Theologie und Ethik

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Was soll ich tun? - Evangelische Ethik gibt Orientierung in schwierigen Lebenssituationen und bei gesellschaftlichen Fragen (© eugenesergeev - Fotolia.com)

Diakonie handelt im Dienst des Nächsten. Damit sie gut und richtig handelt, braucht Diakonie Reflexion. In ihrer Reflexion schöpft sie aus den Quellen der theologischen Ethik.

Das Institut für öffentliche Theologie und Ethik der Diakonie macht es sich zur Aufgabe, die theologischen und ethischen Grundprinzipien in der diakonischen Arbeit ins Bewusstsein zu heben, zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Publikationsreihe „Argumentarium“

Mit der Publikationsreihe „Argumentarium“ greift das IöThE gesellschaftlich virulente, ethische Fragen auf, stellt Diskurse und Argumente vor und kommentiert sie aus evangelischer Perspektive. Das Argumentarium will Orientierung bieten und zur persönlichen ethischen Meinungsbildung anregen.

Jedes Argumentarium greift ein ethisches Thema auf, das gerade in der gesellschaftlichen Debatte virulent ist. Über die aktuelle Debatte hinaus, leuchtet das Argumentarium Hintergründe aus, indem es fragt:

  • Worum geht es? und die ethischen Grundsatzfragen und –probleme herausarbeitet.
  • Wer sagt was? und unterschiedliche ethische Positionen und Argumentationen darstellt.
  • Was sagen die Evangelischen Kirchen? und Antworten aus der Perspektive evangelischer theologischer Ethik vorstellt.

Bisher erschienen:

JETZT NEU: Argumentarium Nr. 2: Gutes Leben mit Demenz (2016)

Derzeit leben in Österreich geschätze 130.000 Menschen mit Demenz, im Jahr 2050 werden es voraussichtlich 260.000 sein. Bislang gibt es keine wirksamen kausalen Therapien gegen Demenz, die Medizin kann lediglich die Symptome lindern und das Fortschreiten der Krankheit zeitweise verzögern. Beides – Ausmaß und beschränkte Behandlungsmöglichkeiten – machen Demenz zu einer der großen gesundheits- und sozialpolitischen Herausforderungen der Gegenwart.

Warum ist Demenz ein ethisches Thema?

Demenz ist aber auch eine ethische Herausforderung, und zwar in mehrfacher Hinsicht:

  • In der Auseinandersetzung mit medizinethischen Fragen wie Therapiebegrenzung am Lebensende, künstliche Ernährung oder Patientenverfügung müssen – in entsprechenden Fällen – demenzspezfische Fragen berücksichtigt werden.
  • Was sind gute Lebens-, Wohn- und Betreuungsformen für Menschen, die mit Demenz leben? Diese Frage beschäftigt zum einen Angehörige, zum anderen NPOs wie die Diakonie, die Einrichtungen für Menschen, die mit Demenz leben, betreiben.
  • Wie können Lebensqualität und Selbstbestimmung von Menschen, die mit Demenz leben, gefördert werden – und was bedeuten Lebensqualität und Selbstbestimmung angesichts kognitiver Einbußen?
  • Wie interpretiert und bewertet die Gesellschaft Demenz? Ulrich Körtner hat bereits auf die Frage hingewiesen – welches Menschenbild steht hinter der gesellschaftlich vorherrschenden Sicht von Demenz, was sind mögliche Alternativen?

Das Argumentarium diskutiert diese Fragen und informiert auch über Krankheitsbild, Diagnose und Therapie.

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Argumentarium Nr. 1: Sterbehilfe (2015)

Menschen haben ein „Recht auf menschenwürdiges Sterben“, wird gesagt. Doch was heißt „Recht auf menschenwürdiges Sterben“? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die einen sagen: Das heißt, wer sterben will, soll auch sterben dürfen. Die anderen sagen: Es geht um das Recht auf Leben, das geschützt werden soll, auch bei Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Wir haben es mit einem gesellschaftlichen Konflikt zu tun, genauer: mit einem Konflikt zwischen verschiedenen moralischen Überzeugungen, die von den Mitgliedern einer Gesellschaft vertreten werden.

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Wichtige Links:

  • Stellungnahme der Diakonie Österreich zur Aufforderung der parlamentarischen Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“ (Download)
  • Stellungnahme der Diakonie-Direktor Michael Chalupka bei der 1. Sitzung der Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“ (Download)
  • Presseinformation am 16.09.14: Diakonie zur Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens" (Link)
Zum Weiterlesen:
  • Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Leben hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit. Eine Orientierungshilfe des Rates der GEKE zu lebensverkürzenden Maßnahmen und zur Sorge um Sterbende (2011). (Download)
  • Stellungnahme der Evangelischen Kirche in Österreich zum Thema Sterbehilfe (= Saat-Sondernummer 5a/1997). (Download)
  • Diakonie Österreich, Stellungnahme zur Aufforderung der parlamentarischen Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“ (2014) (Link)
  • Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund, Das Sterben leben. Entscheidungen am Lebensende aus evangelischer Perspektive (= SEK Positionen 9), 2007. (Link)
  • EKD, Wenn Menschen sterben wollen. Eine Orientierungshilfe zum Problem der ärztlichen Beihilfe zur Selbsttötung (EKD Texte 97), 2008. (Download)
  • Ökumenischer Rat der Kirche in Österreich, Erklärung des ÖRKÖ zum menschenwürdigen Sterben (2000). (Link)
  • Evangelium vitae (1995). (Link)
  • Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt, Empfehlungen zur Terminologie medizinischer Entscheidungen am Lebensende (2011). (Download)
  • Enquete-Kommission zum Thema „Würde am Ende des Lebens“ (Link)
  • Ausgabe 2/2015 der Evangelischen Zeitschrift für Ethik (ZEE) zum Thema Sterbehilfe (erscheint im April 2015)